Aufgaben nehmen zu

Die Jubilare der Wehr mit Bürgermeister Hans-Josef Vogel und Wehrführer Bernd Löhr.
Die Jubilare der Wehr mit Bürgermeister Hans-Josef Vogel und Wehrführer Bernd Löhr.
Foto: WP

Arnsberg..  Etwa 100 in stattliche Feuerwehruniformen gekleidete Männer waren aus Arnsberg, Oeventrop, Rumbeck, Wennigloh, Neheim, Bachum, Hüsten, Niedereimer, Voßwinkel, Bruchhausen, Breitenbruch, Herdringen, Müschede und Holzen in den Rittersaal des Alten Arnsberger Rathauses gekommen. Dort saßen sie im gemütlichen Gespräch bei Kaffee und Kuchen und auch Kaltgetränken an den langen gedeckten Tischreihen.

Doch wäre irgendwo im Stadtgebiet zu dieser Zeit ein verheerender Brand ausgebrochen, wäre er in gewohnter Weise bekämpft worden. Denn im Saal waren fast ausschließlich ehemalige Feuerwehrleute aus allen Löschzügen der Stadtteile. Sie alle waren nach Vollendung des 60. Lebensjahres aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und gehören damit der Ehrenabteilung der Wehr an. Und in jedem Jahr kommen sie in dieser Weise zusammen und werden wechselweise von jeweils einem Löschzug großzügig bewirtet. Diesmal von der Einheit Holzen.

Bernd Löhr, Leiter der Feuerwehr der Stadt Arnsberg, dankte ihnen allen für Einsatz und für Rat und Tat. Dies besonders angesichts des demografischen Wandels, der immer weniger Feuerwehrleute vor vermehrte Aufgaben stelle, einhergehend mit verstärkter Bürokratie durch die steigenden technischen Anforderungen. Löhr erinnerte aber auch an den ersten Spatenstich zum Bau des gemeinsamen Gerätehauses für Bruchhausen und Niedereimer. „Das ist ein bedeutsamer Meilenstein der neueren Arnsberger Feuerwehrgeschichte.“ Stolz sei man zudem auf die konstruktive Mitarbeit beim neuen Feuerschutzgesetz. Die darin vorgesehene Kinder-Feuerwehr für Sechs- bis Zehnjährige bringe aber auch neue – besonders pädagogische – Aufgaben mit sich.

Auch Bürgermeister Hans-Josef Vogel stellte den demografischen Wandel in den Mittelpunkt seiner Grußworte: „Wir müssen uns der Verantwortung stellen aufgrund der massiven Veränderung der Bürgerschaft unserer Stadt des langen Lebens, aber mit weniger Kindern.“

Erfahrungswissen ist gefragt

Solidarität über die Generationen hinweg und Erhaltung des Erfahrungswissens sei daher verstärkt gefragt. In diesem Sinne freue er sich, dass die Feuerwehr auch den Gedanken der Integration aufgegriffen habe und sich den Flüchtlingen verpflichtet fühle „und mit ihnen durchs Feuer geht.“ Außerdem sagte Vogel verstärkte Unterstützung der Jugendarbeit zu.

Traditionsgemäß wurden dann die drei ältesten Teilnehmer der Veranstaltung mit einer Flasche Schnaps bedacht: Gerhard Bürmann (87 Jahre), Theo Feldmann (90 Jahre) und Gotthard Köhler (91 Jahre). Gerhard Bürmann war 1948 der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten und seitdem „über, über und über im Einsatz gewesen.“ Gotthard Köhler erinnert sich, dass man in diesen Jahren ein amerikanisches Militärfahrzeug, einen Studebaker, zum Feuerwehrauto umgebaut und ihm eine Leiter verpasst habe. Die Kameradschaft sei bis heute immer 100-prozentig gewesen, man vermisse aber die Selbstständigkeit, die vor der gesamtstädtischen Kooperation der einzelnen Löschzüge geherrscht habe.

Info

Der Nachschub der kulinarischen Verpflegung durch Helfer des Holzener Löschzugs schien derweil nicht abzureißen.

Sechs Mitglieder verschiedener Stadtteileinheiten wurden für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet - mit der goldenen Nadel mit Lorbeerzweig. Und zwar:

Friedhelm Mutzenbach (Holzen), Michael Kamphaus (Neheim), Dieter Nöcker (Arnsberg), Josef Walczak (Hüsten), Detlef Flinkerbusch (Oeventrop) und Günter Breitländer (Wennigloh).

Die Ehrenamtlichen der Arnsberger Wehr sind in 13 Löschzügen/-gruppen, die in insgesamt 6 Basislöschzügen zusammengeschlossen sind, flächendeckend über das Stadtgebiet verteilt.

Die erste freiwillige Wehr im Stadtgebiet wurde 1879 im Ortsteil Arnsberg gegründet.