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Auf Passanten eingeprügelt

30.03.2016 | 10:00 Uhr
Auf Passanten eingeprügelt
Das Arnsberger Amtsgericht.Foto: Ted Jones

Oeventrop. „Es muss etwas passiert sein, was meine Aggression ausgelöst hat. Was, das weiß ich nicht.“ So äußerte sich ein 24-jähriger Oeventroper vor dem Arnsberger Amtsgericht, wo er sich jett wegen zweimaliger Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten musste. Urteil: 1 800 Euro Geldstrafe.

Die Staatsanwältin hatte dem Mann vorgeworfen, Mitte Juli 2015 nach reichlichem Alkoholkonsum beim Schützenfest in Oeventrop auf dem Nachhauseweg grundlos auf zwei junge, ihm unbekannte Männer eingeschlagen zu haben. Beide wurden verletzt und erlitten erhebliche Schmerzen: einer am Schienbein, der andere im Gesicht.

Bei seiner Festnahme durch die herbeigerufene Polizei wehrte sich der 24-Jährige dann heftig, indem er sich sperrte und die Beamten wegstieß, um deren Maßnahmen zu verhindern. „Man konnte mit ihm nicht reden, er war sehr aggressiv“, sagte einer der Polizeibeamten jetzt als Zeuge vor Gericht. Der fällige Alkoholtest war so den Beamten vor Ort nicht möglich. Dieser konnte erst auf der Wache angegangen werden. Ergebnis: zwei Promille.

24-Jähriger mit Alkoholproblemen

Auf die Frage der Staatsanwältin, ob er Alkoholprobleme habe, gab der Angeklagte an, seit diesem Vorfall keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken zu haben. Es sei damals ein Ausnahmefall gewesen und auch nur deshalb passiert. Eben, weil er nach einer Therapie nicht mehr an Alkohol gewohnt gewesen sei. Alles tue ihm schrecklich leid, er habe sich zwischenzeitlich auch bei den Geschädigten entschuldigt und sei für deren zerrissene Kleidung aufgekommen.

Dazu die Staatsanwältin: „Ihre damalige ambulante Alkoholtherapie hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht, denn sie haben sich beim Schützenfest wieder richtig volllaufen lassen und sind dann aggressiv geworden. Man könnte bei ihnen an eine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt denken.“ Schließlich bestehe die Gefahr, dass der 24-Jährige aufgrund seines Hanges erneut strafbare Handlungen begehe.

Dieser Antrag wurde letztlich aber nicht gestellt, war jedoch durchaus als eine ernsthafte Warnung zu verstehen.

Beantragt für den fünfmal vorbestraften Angeklagten allerdings wurde eine Geldstrafe von 1 800 Euro. Diesem Ersuchen kam das Gericht nach. Das Urteil fiel nur deshalb milde aus, weil das Gericht wegen der zur Tatzeit erheblichen Alkoholisierung verminderte Schuldfähigkeit annahm.

Klaus Lindner

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2016-03-30 10:00
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