„Auf keinen Fall konventionell“

Die aus Ravensburg stammenden Künstler Dorothee Schraube-Löffler und Johannes Braig stellen ihre gegensätzlichen Werke derzeit in der Stadtgalerie aus.
Die aus Ravensburg stammenden Künstler Dorothee Schraube-Löffler und Johannes Braig stellen ihre gegensätzlichen Werke derzeit in der Stadtgalerie aus.
Foto: WP

Sundern..  „Ich war auf Anhieb begeistert“, erinnert sich der Stuttgarter Künstler Johannes Braig an seine spontane Reaktion, als er die Stadtgalerie zum ersten Mal auf Fotos sah. Sie habe etwas „Museales“, etwas „ganz Besonderes“. Dass hier schon Werke von Penck oder Baselitz präsentiert wurden, weiß er. Umso größer sei für ihn die Ehre, seine Bilder nun in Sundern ausstellen zu dürfen – gemeinsam mit Arbeiten von Dorothee Schraube-Löffler.

Farbenprächtige Alien-Köpfe auf monochromen Hintergründen und fast schon abstrakte Gesichter durch unkonventionelle „Schütt-Technik“ – Johannes Braigs Bilder polarisieren. Beim Entstehungsprozess seiner Gesichter mit solch außergewöhnlichen Titeln wie „Spätmoderner Minotaurus“ oder „Der Kunde ist König“ schüttet er Farbe auf die Leinwand und verteilt diese dann, ohne einen einzigen Pinselstrich auszuführen. „Diese Bilder sind fast schon wie Selbstporträts“, analysiert Kuratorin und Kunstvereins-Vorsitzende Anne Knapstein. Darauf weisen auch die immer verschiedenen Signaturen hin, mit denen Braig seine Werke kennzeichnet. Mal steht dort „Jannis“, mal „Hansi“. Denn eines ist seine Kunst auf keinen Fall: konventionell!

Meist quadratische Exponate

Neben Johannes Braigs progressiven Werken präsentiert Dorothee Schraube-Löffler ihre – überwiegend quadratischen – Exponate. Die Ravensburgerin hat schon öfter in Sundern ausgestellt und pflegt eine ganz besondere Beziehung zum Sauerland, besitzt sie doch mit ihrem Mann noch ein Haus am Sorpesee. Ihre Arbeiten sind von eher religiös-meditativem Charakter und daher auch meist mit feinem Blattgold überzogen.

Das Edelmetall steht dabei stets in Kontrast zu simpleren Materialien wie Wellpappe oder Kronkorken. Dass Schraube-Löffler in ihrer künstlerischen Laufbahn zahlreiche Web- und Goldarbeiten für Kirchengebäude ausgeführt hat, zeigt sich am Ende in sakralen ­Bild-Titeln wie „Erzengel“ oder „Der Heilige“.

„Obwohl hier zwei völlig gegensätzliche Kunstpositionen auf­einander treffen, sollen die Arbeiten im freien Raum der Stadtgalerie miteinander kommunizieren“, erklärt Knapstein. Die Objekte sind daher durchmischt und nicht strikt in zwei Ausstellungsbereiche aufgeteilt.

Trotz Gegensätzen verbunden

Doch trotz aller künstlerischen Gegensätze verbinden Schraube-Löffler und Braig auch wichtige Eckpunkte ihrer Lebensläufe:

So stammen beide Künstler aus dem oberschwäbischen Ravensburg und haben an der renommierten Hochschule „Beaux-arts“ in ­Paris studiert. Zu Dorothee Schraube-Löfflers enger Beziehung zum Sauerland passt zudem, dass sie vor einiger Zeit als Textil­designerin bei dem bekannten Schmallenberger Unternehmen Falke tätig war.