Arnsberger SPD will Gesamtschule diskutieren

Bildung braucht ein gutes Konzept.
Bildung braucht ein gutes Konzept.
Foto: Tim Schulz
Was wir bereits wissen
  • 2. Arnsberger Bildungsbericht wird von Politik noch diskutiert
  • Bei Umsetzung der Handlungsempfehlungen wollen Parteien der Stadt mitreden
  • SPD und „Linke“ vermissen eine Diskussion über die Gesamtschule

Arnsberg.. Der 2. Arnsberger Bildungsbericht liegt seit einigen Wochen vor. Neben einer umfassenden Bestandsanalyse und Beschreibung der Entwicklungen der vergangenen Jahre stellt er bereits konkrete Handlungsfelder und Maßnahmenempfehlungen vor. Die Arnsberger Kommunalpolitik steht vor der Herausforderung, nun Prioritäten für nötige Investitionen und Weichenstellungen festzulegen.

Auseinandersetzung mit Gesamtschule

„Da gibt es noch spannende Dinge zu diskutieren“, sagt SPD-Ratsfraktionsvorsitzender Ralf Bittner. Der SPD und ebenso der „Linken“ fehlt in den bisherigen Ableitungen aus dem Bericht die Auseinandersetzung mit der Gesamtschule. „Wir wollen noch eine Schulformdiskussion führen“, kündigte Bittner an. Grundsätzlich wolle sich seine Partei nun aber erst einmal gründlich mit dem Bericht auseinandersetzen und ihn mit parteiinternen und externen Experten besprechen.

Gute Entscheidungsbasis

Als gute Entscheidungsbasis für die Politik betrachten alle Parteien den 2. Arnsberger Bildungsbericht. „Das ist eine gute Arbeitsgrundlage“, sagt Jürgen Antoni (AfD), „ein interessanter Bericht“. Alle Parteien setzen sich demnächst gründlich mit dem aufwändigen Werk auseinander. „Mit diesem Bericht ist die Stadt Arnsberg gut aufgestellt“, sagte Nicole Jerusalem, Bildungsexpertin der Arnsberger CDU und Schulausschussvorsitzende kürzlich im Rat.

Grüne suchen Gespräch mit CDU

Die Arnsberger Grünen werden den Bericht in einer Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt Bildung durchforsten. Verena Verspohl, Sprecherin der Grünen, will nach einer internen Aufarbeitung das Gespräch mit anderen Parteien - wie zuletzt bewährt zu aller erst der Arnsberger CDU - suchen.

FDP: „Eigene Prioritäten!“

Horst Kloppsteck von der FDP legt Wert darauf, dass die Handlungsempfehlungen im Bericht nicht „gesetzt sind“. Seine Partei wird sich in der nächsten Klausurtagung damit beschäftigen. „Jede Partei wird am Ende sicherlich andere Schwerpunkte sehen“, sagt er.

Warnung vor dem Märchenbuch

Noch „gründlich in den Bericht reinlesen“ will sich Werner Ruhnert, Fraktionsvorsitzender der „Linken“ im Stadtrat. Derzeit sei seine Partei „mit dem Schulsystem in Arnsberg noch nicht im Reinen“, so Ruhnert. „Da ist Arnsberg altbacken!“, sagt er. Die „Linke“ fordert seit Jahren die Einführung einer Gesamtschule in Arnsberg. Die Ableitungen aus dem Bildungsbericht betrachtet Ruhnert derzeit noch mit Skepsis. „Das ist ein Märchenbuch!“, sagt er, „die Realität der Beschlüsse sieht am Ende doch oft ganz anders aus“.

Ambitionierte Ziele

Das sieht Klaus Kaiser, CDU-Fraktionsvorsitzender und Bildungsexperte im NRW-Landtag, anders. „Im Bericht sind Handlungsschwerpunkte genannt, die wir längst schon umsetzen oder konkret planen“. Nun gelte es aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen und an einigen Stellschrauben zu drehen. Die im Bericht genannten klaren Ziele hält er für gut. „Ambitionierte Zielsetzung für die Bildungslandschaft in Arnsberg müssen formuliert werden, damit wir am Ende auch gute Ergebnisse erreichen“, so Kaiser.

Bildung als Netzwerk-Aufgabe

Für Bürgermeister Hans-Josef Vogel (CDU) ist jetzt als Konsequenz aus den neuen Daten des Bildungsberichtes ein starkes Netzwerk vieler Beteiligten gefragt. „Wir lernen wieder, dass Bildung kein Thema ist, das einer alleine macht“, sagte er bei der Vorstellung des Berichts. Viele Ziele, so Vogel, würden nicht durch neue Projekte, sondern laufende Prozesse realisiert: „Wir müssen aber noch eine Schüppe drauflegen“.