Arnsberger Schützen auf der Zielgeraden vor dem Schützenfest

Arnsberg..  Die Vorfreude auf das Schützenfest steigt: Nur noch zwei Wochen, und die Ruhrstadt ist wieder in blau-weiße Farben gehüllt. Die Bürgerschützen stellten am Wochenende mit Bierprobe und Vogelbesichtigung zwei entscheidende Weichen für das Hochfest.

Die Mitglieder der Vogelbaukommission hatten es im Ostturm wieder spannend gemacht. Das Wappentier hockte geduldig unter einem Tuch und wartete auf das Startzeichen. Nach Begrüßung durch Hauptmann Peter Erb wurde das Geheimnis gelüftet.

Der Vogel wiegt 12 Kilo und misst eine Spannweite von fast zwei Metern. „Der kann ja fliegen“, raunte Ehrenkompanieführer Udo Otte vor sich hin. Schützenkönigin Christiane Rath taufte den Aaren dann unter den wachsamen Augen ihres Königs Christian Drees mit einem Schuss Sekt auf den Namen „Chris von der Musik“. Die Geckfigur in Form eines Saxofonisten mit BVB-Kappe präsentierte der langjährige Geckbauer Johannes Spiegel.

Adler im alten Stil

Eine Änderung wird es in der Leitung der Vogelbaukommission geben: Michael Franz gibt zum Jahresende den Vorsitz ab, designierter Nachfolger ist Bernd Dicke. Als Erinnerung an die legendären Vogelbauer Heinrich „Nobel“ Schumacher, Rudi Schumacher und Karl Ortmann „Koffer“ hatten die Kommissionäre einen „Retro-Vogel“ in braun-orange-grau angefertigt, so wie er bis Ende der 1980er Jahre gebaut wurde.

Bereits am Vorabend der Vogelbesichtigung hatten die Schützen bei der Bierprobe an der Sebastianhütte den Gerstensaft auf seine Schmackhaftigkeit geprüft. Hauptmann Peter Erb setzte eine schöne Tradition fort, in launiger Form über ein ausgesuchtes „Schützen-Thema“ zu berichten. Waren es im vergangenen Jahr die besonderen Gepflogenheiten und Bräuche des Schützenwesens sowie das Antreten auf dem Schlossberg, welches ein auswärtiger Gast mit Erstaunen erlebte, lernte dieser Gast als „Nicht-Schütze“ neben vielen großen und kleinen Eigentümlichkeiten des Schützenwesens diesmal die wohl längste Predigt während einer Schützenmesse kennen.

Biertaufe als altbewährtes Ritual

Ein Ritual bei der Bierprobe ist die Biertaufe. Jörg Werdite als Chef der Ausflugskommission, stellte an die Aspiranten die entscheidende Frage: „Seid ihr bereit, heimischen Gerstensaft über eure Häupter dröppeln, pämpeln oder stülpen zu lassen?“ Das Ja-Wort der Täuflinge war allerdings erst im zweiten Anlauf laut und klar zu vernehmen. Bei der anschließenden Ermittlung des Bierprobenkönigs sicherte sich Maximilian Schauerte mit einem gezielten Schuss den Titel.

Während die Schützenbrüder das Bier vom „Grevensteiner Südhang“ verkosteten, fand auf „Raths Hof“ in Uentrop die Sektprobe von Königin Christiane Rath statt. Sektprobenkönigin wurde an diesem Abend Anna von Canstein.