Arnsberger Regisseur pendelt zwischen Film und Theaterbühne

Pendelt zwischen Provinz und Metropolen: Yehuda Almagor, hier beim Genießen einer Tasse Kaffee in der schönen „Arnsberger Provinz“.Foto:Martin Haselhorst
Pendelt zwischen Provinz und Metropolen: Yehuda Almagor, hier beim Genießen einer Tasse Kaffee in der schönen „Arnsberger Provinz“.Foto:Martin Haselhorst
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Was wir bereits wissen
Gerade vom Dreh aus New York zurück: Der Schauspieler und Regisseur Yehuda Almagor spielt an der Seite von Richard Gere in „Oppenheimer Strategies“.

Arnsberg..  Er bewegt sich zwischen den Welten. Der Arnsberger Schauspieler und Regisseur Yehuda Almagor (55) pendelt zwischen Provinz und Metropolen. Gerade erst ist er zurück von Film-Drehs in New York und Jerusalem, wo er mit Hollywood-Star Richard Gere vor der Kamera stand. Kaum im Sauerland angekommen, kümmert er sich schon um sein nächstes Projekt: Mit „Empört Euch!“ wollen er und seine Frau Ursula Almagor mit dem Teatron-Theater Arnsberg junge Menschen und das, was sie bewegt, auf der Arnsberger Bühne inszenieren.

Dreh mit großen Namen

Im Februar und März aber war der Israeli Yehuda Almagor Film-Schauspieler. „Es war mein bisher wohl renommiertestes Engagement“, sagt er, „mit so großen Namen habe ich noch nicht gedreht.“ Im Film „Oppenheimer Strategies“ spielt er den Leiter des israelischen Ministerpräsidialamtes, der darum bemüht ist, den israelischen Ministerpräsidenten vor Verwicklungen in einem Beziehungsgeflecht mit dem amerikanischen Geschäftsmann Norman Oppenheimer zu schützen. Gedreht wurde in New York und Jerusalem. Richard Gere, der Frauen-Schwarm aus unzähligen Hollywood-Produktionen, spielt den Oppenheimer.

Für Yehuda Almagor eine beeindruckende Begegnung. „Es war ein Genuss, mit ihm zu arbeiten, ein echter Profi“, schwärmt Almagor. Auch Schauspieler wie Michael Sheen oder Charlotte Gainsbourg überzeugen in dem Film. Regisseur ist der schon zweimal für einen Oscar nominierte Israeli Joseph Cedar. Er hatte Yehuda Almagor mal bei einem Engagement in Israel gesehen und wollte ihn für seinen Film haben. „Die Vorsprechszenen beim Casting habe ich bei uns im Keller in Arnsberg gedreht“, erzählt Almagor. Er hat überzeugt.

Film, Fernsehen und Theater sind seine Bühne

Der Wechsel von der Theaterbühne zum Film ist für den Arnsberger nicht neu. In gut zehn Filmen hat er schon mitgespielt. Auch in viel beachteten Fernsehproduktionen: So stellte er vor drei Jahren bei einem Fernsehfilm über „München ‘72“ und die blutig geendete Geiselnahme während der Olympischen Spiele den Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad. Ein Stoff, der einen Israeli bewegen muss. In München waren damals Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft von palästinensischen Terroristen als Geiseln genommen und getötet worden. Die Befreiungsversuche endeten blutig.

Beim Filmgeschäft spricht Yehuda Almagor von einer Parallelschiene. „Dort treffe ich Kollegen, die mich reizen, fordern und fördern“, sagt er. Zugleich findet er viel Bestätigung, wenn er von seinen Teatron-Projekten in Arnsberg erzählt.

Solides Standbein in Arnsberg

So wechselt er zwischen den Welten, ist nicht abhängig allein von Filmrollen, sondern hat mit dem Theater in Arnsberg ein solides Standbein. Das wiederum bleibt durch die Engagements im Film autonom und in seiner Art unverbiegbar. „Wir sind ein freies Theater“, freut sich auch seine Frau Ursula Almagor, „es besteht keine Abhängigkeit.“ Ein ideales Klima, um kreativ zu sein. So gedeiht gutes Schauspiel.