Arnsberger Freifunk steckt noch in der Pionierphase

Der Einzelhandel macht mit Aufklebern drauf aufmerksam: Wer auf dem Steinweg mit WLAN-fähigem Handy unterwegs ist, kann den Arnsberger Freifunk nutzen und hat kostenfreien Zugang zumInternet.Foto:TED JONES
Der Einzelhandel macht mit Aufklebern drauf aufmerksam: Wer auf dem Steinweg mit WLAN-fähigem Handy unterwegs ist, kann den Arnsberger Freifunk nutzen und hat kostenfreien Zugang zumInternet.Foto:TED JONES
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Vor rund einem Jahr startete das kostenlose kabellose Internet in der Arnsberger Altstadt. Probe für Ausweitung auf Brückenplatz erfolgreich.

Arnsberg..  70 Router waren es am Anfang. Heute sind es 100. Ungefähr. Vielleicht auch 120. Bald ein Jahr ist es her, seit der Verkehrsverein Arnsberg die erste Freifunk-Zone mit flächendeckendem kostenfreiem kabellosem Internet in Alt-Arnsberg eingerichtet hat. „Alle Angaben zur Routeranzahl sind aber ohne Gewähr!“, sagt Hans-Jörg Etzler, Vorsitzender des Verkehrsvereins Arnsberg und einer der Initiatoren des Arnsberger Freifunks. Die Router ließen sich kaum zählen. Klar ist nur: „Unsere Domäne hat sich exorbitant vergrößert. In der Domäne Möhne hat sich die Anzahl der Router verachtfacht.“

Zur Domäne, der übergeordneten Einheit, gehört nicht nur die Zelle Alt-Arnsberg mit Steinweg, Alter Markt und Neumarkt bis hin zum Glockenturm, sondern etwa auch die Zellen Sundern, Meschede oder Brilon zählen dazu. Zum Tag der Städtebauförderung Anfang Mai erweiterten die Freifunker die Zone in Alt-Arnsberg provisorisch um den Kreisverkehr und den Brückenplatz. „Das hat auch einigermaßen gut geklappt“, freut sich Hans-Jörg Etzler.

Um das freie WLAN an dieser Stelle dauerhaft zur Verfügung stellen zu können, fehlen allerdings noch weitere sogenannte Uplinks. „Das können Partner sein, die einen Router an eine Steckdose anschließen, oder aber ihr eigenes Internet zur Verfügung stellen“, erklärt Etzler, „aber so, dass Störerhaftung ausgeschlossen ist.“

Freifunk nutzt Überkapazitäten

Die Uplinks sind nötig, um das Netz zu stabilisieren. „Der Freifunk nutzt nämlich nur Überkapazitäten“, beschreibt Etzler die Funktionsweise und verdeutlicht dies an einem Beispiel: „In meinem Geschäft kann ich dauerhaft rund 90 bis 100 Prozent der Kapazität für den Freifunk zur Verfügung stellen, weil ich als Optiker selber kaum das Internet nutze. Ein Reisebüro braucht aber natürlich viel mehr eigene Kapazität.“ Je mehr Einspeisepunkte vorhanden seien, desto stabiler werde deshalb das Netz. „Wenn viele Menschen gleichzeitig den Freifunk nutzen, kann es sonst passieren, dass die Kapazitäten irgendwann erschöpft sind.“

Auch wenn der Arnsberger Freifunk zweifelsohne zu den Vorreiterprojekten in NRW, vielleicht sogar ganz Deutschland zählt, sieht Hans-Jörg Etzler das hiesige Netz noch am Anfang. „Aber ich bin froh, dass wir es überhaupt geschafft haben. Erst kommt die Pionierphase – und da stecken wir noch mittendrin“, sagt er. „Irgendwann geht es in die Professionalisierungsphase.“ Da gehe es dann um Fragen wie: Welche Schritte sind nötig, um das Netz zu stabilisieren? Wie kann der Freifunk touristisch genutzt werden? Wie macht man die Menschen darauf aufmerksam?

Privatleute als Freifunk-Spender gewinnen

Schon jetzt weisen Einzelhandel und Gastronomen auf den Freifunk hin. „Im Verkehrsverein erzählen wir auch den Touristen davon“, sagt Etzler. Irgendwann, ergänzt er, sollen sich nicht nur Einzelhandel und Gastronomie beteiligen, sondern auch Privatleute. Sein Ziel: „Wir wollen auf allen Hauptachsen Freifunk anbieten.“ Das gilt nicht nur für Alt-Arnsberg. „Ganz wichtig ist: Der Freifunk ist ein gesamtstädtisches Projekt.“