Arnsberg gibt Klimaschutz ein Gesicht

Preiswürdig.An der Ruhr wurde u.a eine Auenlandschaft geschaffen.
Preiswürdig.An der Ruhr wurde u.a eine Auenlandschaft geschaffen.
Foto: WAZ FotoPool& Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Wieder einmal ist ein Arnsberger Projekt als Musterbeispiel im Land ausgezeichnet worden. Diesmal aus dem Bereich des Klimaschutz.

Arnsberg/Köln..  Wieder einmal ist ein Arnsberger Projekt als Musterbeispiel im Land ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Jahresveranstaltung „Fortschrittsmotor Klimaschutz 2015 – Ausgezeichnete Vorreiter” wurde das Projekt „Klimafolgenanpassung an Gewässern“ in die Riege der besten Projekte NRWs aufgenommen. NRW-Bauminister Michael Groschek zeichnete vor rund 350 Gästen in Köln das Arnsberger Vorgehen als ein Musterbeispiel aus.

Das Projekt hat in der Themenwelt „Quartiere entwickeln“ den dritten Platz erreicht. Bis zum Jahr 2022 gibt die KlimaExpo.NRW in 1000 Schritten dem Fortschrittsmotor Klimaschutz in NRW ein Gesicht. Dazu werden einmal im Jahr die zwölf besten Projekte durch die KlimaExpo.NRW ausgezeichnet und die positiven Wirkungen für den Klimaschutz einem breiten Publikum vorgestellt. In der Themenwelt „Quartiere entwickeln“ sucht die KlimaExpo.NRW insbesondere Sanierungs-, Quartierentwicklungskonzepte oder innovative kommunale Konzepte. Dort seien die größten Herausforderungen auszumachen, wenn es darum gehe, dem Klimawandel mit Anpassungs-maßnahmen zu begegnen, so Minister Groschek.

Zurück zur Natur

Bloßes „Reagieren“ auf den Klimawandel kann gefährlich und teuer werden. Das gilt insbesondere beim Hochwasser, wo die Vorwarnzeiten kurz sind. Die Stadt Arnsberg hat sich deshalb entschieden, die Ruhr konsequent auf bislang zwölf Kilometern Länge zu renaturieren. Die Arnsberger haben den Fluss auf natürliche Weise an die Folgen des Klimawandels angepasst. Die Uferbereiche wurden abgeflacht, das Flussbett verbreitert. So werden Hochwassersituationen deutlich abgemildert. Die Menschen vor Ort profitieren zudem von erhöhter Lebensqualität und wirtschaftlichen Verbesserungen im Tourismus, ebenso wie sich die Natur stark erholt. Mit ihrer natürlichen Klimafolgenanpassung gehe Arnsberg einen vorbildlichen Weg.

Konsequentes Handeln

„Konsequentes Handeln, gerade auch auf kommunaler Ebene, wird in Arnsberg vorgemacht. Hier sind Erfahrungen gesammelt worden, die sehr gut auf andere Regionen übertragbar sind. Ein echtes Vorbildprojekt“, sagte NRW-Bauminister Michael Groschek. „Das Arnsberger Renaturierungsprojekt ist vor allem deshalb ein echter Fortschrittsmotor, weil die Maßnahme in einem Schwung verschiedene wichtige Ziele gleichzeitig erreicht: Klimafolgenanpassung, Lebensqualität und Stärkung der Wirtschaft“, erklärt Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion nahm Dr. Gotthard Scheja, Leiter des städtischen Umweltbüros, die begehrte KlimaExpo.NRW-Auszeichnung entgegen. „Wir sind stolz auf die Auszeichnung unserer Renaturierungen. Wir haben nun nicht nur den langfristig kostengünstigsten Hochwasserschutz geschaffen, sondern auch den Fluss wieder zu einem Magneten für die Menschen aus der Umgebung gemacht und gleichzeitig Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten geschaffen“, resümierte Scheja.

Die KlimaExpo.NRW ist eine ressortübergreifende Initiative der NRW-Landesregierung. Um Energiewende, Klimaschutz und die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels als Schubkräfte einer nachhaltigen Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen, hat die Landesregierung die KlimaExpo.NRW ins Leben gerufen.