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Arnsberg - die alte westfälische Landeshauptstadt

04.04.2012 | 12:03 Uhr
Arnsberg - die alte westfälische Landeshauptstadt

Arnsberg.  Bereits vor tausend Jahren wurde Arnsberg das erste Mal in einer Güterliste des Klosters Werden erwähnt. Die mittelalterliche Altstadt und das Kloster Wedinghausen sind voll von Geschichte, die es für den Reisenden zu erkunden gilt.

Das mehr als tausend Jahre alte historische Zentrum Arnsberg liegt malerisch auf einem von der Oberen Ruhr umflossenen Bergrücken. Es kombiniert herrliche Landschaft – unter europäischen Schutz gestellt – und ein wundervoll erhaltenes Landeskulturerbe: die historische Altstadt mit dem mittelalterlichem Regierungsviertel, mit dem Regierungsviertel der Preußen und dem bedeutenden Kloster Wedinghausen.

Hier regierten erst die Grafen von Westfalen/ von Arnsberg die Grafschaft Arnsberg, dann die Kölner Fürstbischöfe das Herzogtum Westfalen, einen eigenständigen Kirchenstaat, der erst 1803 unterging. Hier wurde westfälisches Recht und Reichsrecht gesprochen. Hier wohnte aber auch der berüchtigte westfälische Hexenrichter von Schultheiß. Die vielen mittelalterlichen Gebäude, der Alte Markt, Oberfreistuhl und Schloßberg zeugen davon.

Gradliniges Klassizismusviertel

Buchtipp
Schönes NRW

Dieser Text stammt aus dem Buch "Schönes NRW - Reiseführer zu den historischen Stadt- und Ortskernen in Nordrhein-Westfalen", erschienen im Klartext Verlag. Hier geht´s zum Online-Shop des Klartext Verlages.

Gegenstück zum mittelalterlichen Regierungsviertel bildet das preußische Regierungsviertel, ein geradliniges Klassizismusviertel. Es ist in seiner Geschlossenheit in Westfalen ohne Beispiel. Hervorzuheben ist die von Karl Friedrich Schinkel geprägte Auferstehungskirche am Neumarkt. Das Kloster Wedinghausen war wichtiger Knotenpunkt im europäischen Netzwerk der Prämonstratenser. Es beheimatete den weltberühmten Gero-Codex (Unesco- Weltkulturerbe) und rettete den berühmten Kölner Dreikönigsschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige, den Kölner Domschatz und die Dombibliothek. Diese Heiligtümer der christlichen Welt wurden dort jahrelang vor den französischen Revolutionstruppen versteckt.

Heute fordert Kloster Wedinghausen mit überraschender Modernität die Geschichte heraus. Die moderne Architektur des wieder gewonnenen Klosterhofs und die Neugestaltung des Westflügels haben neben der sehenswerten Propsteikirche/Klosterkirche einen viel beachteten neuen Kulturort geschaffen.

Geschichte

Anschriften

Kloster Wedinghausen, Propsteikirche St. Laurentius, Klosterstraße; Ö: dienstags – samstags 9.30–12, 14.30–18 Uhr, sonntags ganztägig; Ausstellung zur Klostergeschichte, Ö: 14–17 Uhr (außer montags und feiertags)

Sauerland-Museum zur Geschichte des kurkölnischen Sauerlandes, Alter Markt 26, F 02931/4098; Ö: dienstags – freitags 9–17, samstags 14–17, sonntags und feiertags 10–18 Uhr

Feuerwehrmuseum auf dem Schlossberg: Ö: in den Sommermonaten von 9–17 Uhr, Eintritt frei

Kunsthaus „Sepia“, Schloßstraße 3, Telefon 02931/22867 oder 13038; Ö: freitags+samstags 15–18 Uhr, sonntags 11–13, 15–18 Uhr

Kunstverein, Neumarkt 24, F 02931/ 21122; Ö: mittwochs–freitags 17–19, so 11–13 Uhr Altes Rathaus (Alter Markt 19), Ö: Stadtbüro, Telefon: 02931/8931143

Verkehrsverein Arnsberg, Neumarkt 6, 59821 Arnsberg, F 02931/4055, Fax 12331, info@arnsberg-info.de; www.arnsberg-info.de

Bereits vor 1000 wurde der Name Arnsberg in einer Güterliste des Klosters Werden erwähnt. Die Grafen von Werl, ein mächtiges Geschlecht zwischen Emsland und Rothaargebirge, bauten in Arnsberg um 1060 die Alte Burg, ca. 1100 eine neue Burg auf dem Adlerberg (heute „Schlossberg“) und regierten als Grafen von Arnsberg das Land. Stadtrechte erhielt Arnsberg schon vor 1238. Die Grafschaft selbst wurde vom kinderlosen, letzten Grafen Gottfried IV. 1368 an das Erzstift Köln verkauft. Arnsberg wurde Hauptstadt des Herzogtums Westfalen. Bis 1802 waren die lebensfrohen Renaissance- und Barock- Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln die Herren des Landes.

In Arnsberg tagte der Landtag (Ritter und Städte). Hier saßen die kurfürstlichen Behörden. 1803 erhielten die Hessen das Land zugesprochen, 1816 rückten die Preußen in die alte Grafschaft ein. Oberpräsident Vincke aus Münster sorgte dafür, dass Arnsberg Sitz einer preußischen Bezirksregierung wurde. Aus der Sorge um neuen standesgemäßen Wohnraum für die preußischen Beamten entstand unter Einfluss K. F. Schinkels das Klassizismus-Carré. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Altstadt von großen Zerstörungen verschont.

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    Seite 2: Stadtrundgang durch Alt-Arnsberg

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