Anfassen ausdrücklich erlaubt

Museums-Betreiber Uwe Schmidtke
Museums-Betreiber Uwe Schmidtke
Foto: WP

Arnsberg..  Anfassen ausdrücklich erlaubt. So heißt es in dem „Kleinen Museum der Technik“, das direkt unter dem Glockenturm die Entwicklung der Bereiche Multimedia und Computer-Technik anschaulich nachvollzieht. Der Clou: In einem Raum ist eine intakte Akzidenz-Hochdruck-Druckerei aufgebaut, die einen Blick in die „Steinzeit“ der medialen Technik erlaubt. Betreiber des kleinen Privat-Museums ist Uwe Schmidtke.

„Viele der Exponate stammen aus meiner 30-jährigen beruflichen Vergangenheit,“ sagt Schmidkte, Anbieter von Computer-Service und daher bestens mit der Entwicklung vertraut. „Aber nach und nach haben dann begeisterte Besucher weitere Stücke gespendet.“ So wird die rasante Entwicklung des PC vom Apple 2 über den legendären Commodore C 64 bis in die heutige Zeit auf engem Raum visualisiert. „Und nahezu alle Stücke sind noch voll funktionsfähig.“

Unter den Exponaten in Sachen PC/Datenverarbeitung findet sich auch der urig - oder besser vorsintflutlich - anzuschauende erste grafische PC: ein „Apple Macintosh 128“ mit einer Speicherkapazität von 128 Kilobyte. Der PC von heute bringt da locker acht Gigabyte „auf die Waage“. Und die weitere Entwicklung: ohne Grenzen.

Programme für Kinder

Komplettiert wird die Sparte „PC“ durch Laptops und verschiedene Zusatzgeräte. Interessant hier der iPad-Vorläufer von Apple-Newton: groß und unhandlich, aber vor noch nicht allzu langer Zeit hochmodern. Manche der Hersteller die in den 1980er und 1990er Jahren für Furore sorgten wie IBM oder Commodore sind übrigens bereits längst vom Markt verschwunden, haben den Giganten wie Apple oder Microsoft den Markt überlassen müssen.

Sollten die Eltern beim Betrachten der Geräte in technischen Erinnerungen schwelgen, hat Uwe Schmidtke auf einigen PC spezielle Programme für Kinder installiert, die zum Beispiel im Experiment zeigen, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Damit keine Langweile aufkommt. Aber auch eine mechanische Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten aus dem Jahr 1910 lässt staunen.

Im Bereich „Multimedia“ kommen besonders die Fans von Fotografie und Film auf ihre Kosten: Fotoapparate und Filmkameras ab den 1950ern, die noch völlig ohne Strom funktionierten, Digitalkameras, Projektoren von der Laterna Magica bis hin zum Diaprojektor, mit dem einst in geselliger Runde Urlaubs- und Familienfotos auf die Leinwand geworfen wurden. Hinzu kommen Plattenspieler und Tonbandgeräte - darunter das erste serienmäßige Tonbandkoffergerät „TK 5“ der Firma Grundig.

Nach schweißtreibender Arbeit sieht es im dritten Raum des Museums, dem ein Laden mit heimischen Produkten und ein kleines Café angeschlossen ist, aus: Dort befindet sich eine komplette Akzidenz-Hochdruck-Druckerei. Aber die Druckerei ist nicht nur zum Anschauen. Wer mag, der kann hier einmal mit Bleibuchstaben einen Text für zum Beispiel eine Glückwunschkarte zusammenstellen und dann auch drucken.“

Komplette Hochdruck-Druckerei

Diese „alten“ Druckereien hat Uwe Schmidtke in seinem Berufsleben allerdings selbst nicht mehr in Funktion erlebt. Der einzige Kontakt dazu: „Wir EDVler haben sie außer Betrieb gesetzt.“

Orientiert beim Aufbau der Sammlung hat sich Schmidtke an dem Schweizer IT-Journalisten Robert Weiss, der die Geschichte von IT- und Kommunikationstechnik zusammengestellt hat. „Aber natürlich muss sich jeder Besucher darüber im Klaren sein, dass es sich hier nicht um das Nixdorf-Museum handelt. Doch die Exponate geben einen guten Einblick in die Entwicklung der Medientechnik.“

Info

Für Technik-Freaks sind auch die „Innereien“ von Computern ausgestellt. Ebenso die Struktur eines Datennetzwerkes.

Wer will, kann sich bei Betreten des Museums an einem alten Fahrkartenautomaten eine nostalgische Eintrittskarte ziehen.

Der Eintritt ist frei.

Ab sofort wird jeden Samstag um 15 Uhr eine Führung angeboten.

Führungen sind aber - je nach Lage - auch anderweitig möglich.

Geöffnet ist das Museum freitags und samstags jeweils von 10 bis 18 Uhr sowie an einigen Sonntagen.