Am 11. März fällt die Entscheidung

Auf großes Interesse stiiß die Podiumsdiskussion
Auf großes Interesse stiiß die Podiumsdiskussion
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg..  Es war ein offener, teils heftiger Schlagabtausch an Argumenten. Doch eine Lösung gab es Donnerstagabend naturgemäß nicht. Denn wo die künftigen Standorte der in drei Jahren auslaufenden Theodor-Heuss- und Realschule am Eichholz sein werden, dies wird der Rat der Stadt am 11. März entscheiden. Endgültig und ohne Wenn und Aber.

Die entsprechenden Verwaltungsvorschläge, versprach Gerd Schmidt als zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt Arnsberg, sollen noch in der kommenden Woche vorliegen: „Darin werden alle denkbaren Optionen und auch die jeweiligen Kosten aufgelistet.“ Aber wie diese Optionen aussehen, darüber dürfe er zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Nur so viel: „Die Entscheidung liegt bei der Politik.“ Und die wird sich zunächst in einer Sondersitzung des Schulausschusses am 3. März mit der brisanten Thematik auseinandersetzen.

„Kinder bedeuten Emotionen, aber ich wünsche mir heute Abend eine Diskussion in aller Sachlichkeit,“ hatte sich zu Beginn der Podiumsdiskussion Michael Grünke als Vorsitzender der Theodor-Heuss-Schulpflegschaft von den etwa rund 150 anwesenden Eltern, Politikern, Verwaltungsvertretern und Schülern gewünscht. Doch der Wunsch blieb häufig unerfüllt.

Zu groß waren die Ängste der Eltern von THS- und Realschülern, dass ihre Kinder für die schnelle Ausweitung der boomenden Sekundarschule als schwächstes Glied der Kette geopfert werden könnten und dies mit einem Verlust an Unterrichts- und - im Falle der Hauptschüler - durch lange Busfahrten an Lebensqualität bezahlen müssten. Sie pochten auf ein Versprechen des Bürgermeisters, der zugesagt habe, dass die letzten Jahrgänge mit bestmöglicher Unterstützung am gewohnten Standort zum Abschluss gelangen könnten.

So stand gerade die Politik im Kreuzfeuer der Kritik. „Im Grunde,“ so ein Schulpflegschaftsmitglied der Realschule, „sind doch die Würfel längst gefallen. Ich fühle mich - ehrlich gesagt - verarscht.“ Unverständlich, fand u.a. der ehemalige THS-Schulleiter Werner Bühner, sei die schlechte Informationslage, die beitrage, Ängste bei Eltern und Schülern zu schüren. Von den seiner Ansicht nach unnötigen Investitionen ganz zu schweigen: „In drei Jahren laufen die Schulen doch ohnehin aus, dann steht für die Sekundarschule ausreichend Platz zur Verfügung.“ Bis dahin, befand Felix Werker (SPD), ließen sich Unterbringungsmöglichkeiten für die Sekundarschule finden. „Es gibt genug leerstehende Verwaltungsgebäude in Arnsberg.“

Politik im Kreuzfeuer der Kritik

Für die Mehrheitsfraktion CDU/Grüne holten Klaus Kaiser und Verena Verspohl die Kohlen aus dem Feuer. Eine qualitativer, differenzierter Unterricht für die Theodor-Heuss-Schüler sei nur gemeinsam unter einem Dach mit einer anderen Hauptschule möglich. Kaiser: „Der Bustransfer ist sekundär. Wichtig ist allein, den Schülern den bestmöglichen Unterricht und damit Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Und das geht nur an einem Standort.“

Den Vorwurf, die Entscheidung sei längst gefallen, wiesen Kaiser und Verspohl zurück.