Als Nachwuchs-Bundesstützpunkt anerkannt

Willingen/Winterberg..  „Ziiiiiieh!“ Immer wieder werden die Skispringer angefeuert. Und der Zuschauerkessel am Fuße der Mühlenkopfschanze brodelt. Doch auch abseits des Wettkampfes, und der Zuschauermassen ist in Willingen viel los: Harald Stempfer weiß, was er in diesem Augenblick erzählen muss. „Willingen ist eine tragende Säule des Weltcup-Zirkus’“, sagt der Abgesandte des Deutschen Skiverbandes und erntet viel Zustimmung.

Allerdings geht es ihm und Peter Beuth, dem hessischen Staatsminister des Innern und für Sport, gar nicht so sehr um die Skisprung-Stars, sondern mehr um den Nachwuchs. „So ein Weltcup ist nicht möglich ohne die vielen ehren- oder hauptamtlichen Helfer im Hintergrund, die neue Skispringer kreieren“, ergänzt Stempfer deshalb – und blickt auf das heimische Talent Paul Winter.

Offizielle Anerkennung

Der 17-Jährige, der vor kurzem eine Nominierung für die Vierschanzentournee nur knapp verpasste, wurde am länderübergreifenden Olympiastützpunkt Willingen/Winterberg ausgebildet, bevor er vor dieser Saison nach Oberstdorf wechselte. In Zukunft soll es weitere „Winters“ aus dem Hochsauerland und dem Upland geben. „Deshalb war die Anerkennung als Bundesstützpunkt unabdingbar“, erklärt Peter Beuth, als er Stempfer, dem Koordinator der Bundesstützpunkte im DSV, symbolisch die Urkunde überreicht.

Bundesstützpunkt Nachwuchs für Biathlon und Ski nordisch – mit diesem Zusatz dürfen sich die Willinger und Winterberger nun für vorerst zwei Jahre schmücken.

Dass diese Anerkennung nicht wie üblich sofort für vier Jahre ausgesprochen wurde, liegt laut Stempfer daran, dass derzeit neue Strukturen geschaffen würden. „Wir wollen hier eine Nachwuchs-Leistungssport-Zelle aufbauen, die sich aus den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Nordrhein-Westfalen speist“, sagt der Mann vom Deutschen Skiverband. „In Willingen und Winterberg soll dann unter gleichen Voraussetzungen trainiert werden wie etwa in Thüringen oder Bayern.“

Jochen Behle, Sportdirektor des Stützpunktes, hört diese Worte gerne. „Die Anerkennung ist unwahrscheinlich wichtig für uns gewesen“, erklärt die Langlauf-Legende. Behle blickt zudem auf zwei erfolgreiche Jahre unter seiner Regie zurück. „Vor zwei Jahren hatten wir null Kadersportler, derzeit sind es sechs. Und das ist unsere Aufgabe: Wir müssen unsere Sportler in die Kader bringen“, sagt er. Als Bundesstützpunkt Nachwuchs stehen dafür nun unter anderem mehr finanzielle Mittel zur Verfügung.

Und als i-Tüpfelchen überreicht Beuth dem Präsidenten des hessischen Skiverbandes, Werner Weigelt, im Cafe Aufwind an der Mühlenkopfschanze noch einen Förderbescheid zur Anschaffung einer so genannten Kraftmessplatte.