Das aktuelle Wetter Arnsberg 12°C
Katastrophenschutz

„Alle sind heile runtergekommen“

18.05.2012 | 18:40 Uhr
„Alle sind heile runtergekommen“
Die Übung des Landesverbandes mit rund 300 Aktiven findet derzeit in Arnsberg und Umgebung statt.

Arnsberg.   300 DLRG-Aktive aus dem Landesverband Westfalen proben noch bis Sonntag den Ernstfall auf Möhne-, Henne-, Sorpesee und an der Ruhr: Um ein großflächiges Hochwasser geht es bei der Katastrophenschutzübung in Arnsberg.

Rauch quillt aus dem Motorraum der MS Möhnesee. Das Fahrgastschiff treibt manövrierunfähig auf der Talsperre. 150 Menschen an Bord sind in Gefahr. Kein Drehbuch für einen Hollywood-Streifen, sondern die Lage, die die Wasserretter bei ihrer jährlichen Katastrophenschutzübung vorfanden.

300 Aktive der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) aus ganz Westfalen üben derzeit in Arnsberg. Aus der Region sind Arnsberg, Neheim-Hüsten und Langscheid mit dabei - auch sie übernachten, wie die DLRGler von weiter weg, in der Hüstener Realschule: „Wegen der Kameradschaft - und damit sie die anderen Teilnehmer kennenlernen“, sagt der Arnsberger Gerd Korditzke, stellvertretender Sprecher des DLRG-Landesverbandes.

Hochwasser lautet das Thema der viertägigen Übung. Die Lage: „An der Ruhr besteht eine großflächige Hochwasserlage,“ An Möhne-, Henne- und Sorpesee sowie an der Ruhr am Rumbecker Hammer testet der Landesverband bis Sonntag die Fähigkeiten seiner Aktiven.

In Arnsberg übten die DLRGler das Deichabsichern: Das Ufer am Rumbecker Hammer wurde zuerst mit Folie abgedeckt und dann mit Sandsäcken gesichert. „Die Kameraden haben an die 1000 Sandsäcke geschleppt“, weiß der DLRG-Sprecher. Bei fünf Kilo pro Sack keine schlechte Fitnessübung. Unter der Wasseroberfläche sorgten Taucher dafür, dass die Deiche hielten.

Personensuche steht für jeden Wasserrettungszug auf dem Programm: Ein Kanu sei gekentert, zwei Personen würden vermisst, lautet die Aufgabe. Am Sorpesee geht es abwärts für die Rettungstaucher: In 18 Metern Tiefe müssen technische Anlagen erkundet und gesichert werden.

Da das Bergen von Menschen, die sich vor den Fluten aufs Dach ihres Hauses geflüchtet haben, ähnlich funktioniere wie das Evakuieren eines Ausflugsdampfers, übe man auf dem Möhnesee, erläutert Gerd Korditzke. Damit alle fünf Wasserrettungszüge, einmal ran mussten, wurde an zwei Tagen evakuiert. Mit Motorbooten legten die DLRGler ans Schiff an. Zunächst wurden die auf verletzt geschminkten Freiwilligen von Bord geholt. Danach konnten auch die anderen Passagiere zum alten Strandbad in Delecke gebracht werden. „Es sind alle heil runtergekommen“, versichert Gerd Korditzke.

Angelika Beuter


Kommentare
Aus dem Ressort
Hilfe ohne Rücksicht auf eigene Gefährdung
Zivilcourage
Landrat und Polizei zeichnen mutige Bürger aus.
Städte werden großen Einfluss nehmen
Digitale Zukunft
Expertengespräch der CDU zur Kommunalwahl mit Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
Hagen fiebert dem Event entgegen
Mega Sports
Kleiner Sunderner Ortsteil erlebt wieder großen Sport
Pirat hat Hoffnung auf Sitz im Arnsberger Rat
Komunalwahl 2014:...
Er ist der jüngste Spitzenkandidat aller Arnsberger Parteien bei der bevorstehenden Kommunalwahl. Daniel Wagner ist gerade noch 20 Jahre alt. Als Nummer eins der „Piraten“ hat er Hoffnung, in den nächsten Stadtrat einzuziehen.
Wo Kunst am seidenen Faden hängt
Marionettentheater
Das Marionettentheater FIRO in der Ringlebstraße in Arnsberg bietet in diesen Osterferien zum ersten Mal einen Ferienworkshop zum Marionettenbau und -theaterspiel an. Seit Montag basteln hier nun Kinder an ihren ganz eigenen Marionetten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Fotos und Videos
Weiteres Gartenhaus in Bürgergarten
Bildgalerie
Bürgergarten
In Treue fest
Bildgalerie
Jubiläum
14. Internationaler Käsemarkt
Bildgalerie
Käsemarkt
Messe Light + Building 2014
Bildgalerie
Messe
Weitere Nachrichten aus dem Ressort