Abschied von der Erlöserkirche naht

Die evangelische Kirchengemeinde Arnsberg setzt auf die Auferstehungskirche, wird ihr kirchliches Leben künftig ausschließlich im denkmalgeschützten Gotteshaus am Neumarkt gestalten.
Die evangelische Kirchengemeinde Arnsberg setzt auf die Auferstehungskirche, wird ihr kirchliches Leben künftig ausschließlich im denkmalgeschützten Gotteshaus am Neumarkt gestalten.
Foto: WP

Arnsberg..  Es ist eine Entscheidung, die den Finanzhaushalt konsolidieren und zukünftig stärken wird; es ist eine Entscheidung, die vielen Gemeindegliedern weh tut; es ist eine Entscheidung, die erst nach reiflicher Überlegung getroffen wurde und wohl alternativlos ist:

Die evangelische Kirchengemeinde Arnsberg wird ihr kirchliches Leben künftig ausschließlich in der Auferstehungskirche am Neumarkt gestalten und sich vom Standort Erlöserkirche verabschieden. Das Presbyterium hat sich diese Entscheidung – Oeventrop ist davon nicht betroffen – nicht leicht gemacht, sie ist Ergebnis eines fast vier Jahre dauernden Prozesses. In diesem Zeitraum wurde an einer Gebäudekonzeption für die Gemeinde gearbeitet, an der neben den Presbytern auch externe Fachleute, darunter u.a. eine Architektin, mitgewirkt haben. Die Auswertung hat eindeutig ergeben, dass die nun angestrebte Lösung sinnvoll und – vor allem aus finanziellen Gründen – unumgänglich ist.

Gebäudereduzierung als Prämisse

„Prämisse war von Anfang an eine Reduzierung des vorhandenen Gebäudebestandes“, stellt Pfarrer Johannes Böhnke fest. Die Ausgaben der Gemeinde für ihre Immobilien verschlingen in der Haushaltsplanung 2015 bereits 66,5 Prozent der Kirchensteuereinnahmen, im Jahr 2018 wären es 79,12 Prozent – ­Tendenz steigend. Man wolle aber weiterhin vor ­allem in Arbeit mit Menschen und Weitergabe des Glaubens investieren, so Pfarrer Böhnke, der Verständnis für den Schmerz vieler Gemeindeglieder hat. „Da stirbt gerade etwas“, meint er mit Blick auf die Erlöserkirche, über deren „Aus“ die Gemeinde schon informiert wurde. Doch das „Sterben“ begann bereits vor vielen ­Jahren: Seit 2006 schwebt ein Abriss über dem Gebäudekomplex, dessen Sanierung inzwischen unbezahlbar geworden ist. Eine Genehmigung dafür liegt längst vor. Und die Entscheidung für die Auferstehungskirche seine eine gute, blickt Johannes Böhnke optimistisch nach vorn:

„Eine Kirche, in der alles passiert“, soll das Gotteshaus werden, so der Presbyteriumsvorsitzende weiter. Das künftige Nutzungskonzept steht noch auf dem Prüfstand, weil die ursprünglich genehmigte Bebauung des Areals bis unmittelbar an die Grundstücksgrenze inzwischen widerrufen wurde – doch es bleibt auch so genügend Platz.

Kein Zeitdruck

„Alle Planungen werden laufend mit der Stadt Arnsberg, den Denkmalbehörden und unserer Architektin abgeglichen“, versichert Böhnke, dass mit dem markanten Gebäude sorgsam verfahren wird.

„Es treibt uns niemand – und es soll gut werden“, will er sich zeitlich nicht festlegen, wann die Doppelnutzung als Gotteshaus und Begegnungsraum Fahrt aufnimmt. Sehr zeitnah beginnt die ohnehin vorgesehene Außenrenovierung.

Das Gemeindehaus Erlöserkirche wird so lange weiter betrieben, bis alle dort stattfindenden Aktivitäten verlegt werden können.