Abschied mit großer Zufriedenheit

Elke Barz-Hoppe in der „Leseburg“ - einer ihrer Lieblingsplätze an der Schule in Oeventrop.
Elke Barz-Hoppe in der „Leseburg“ - einer ihrer Lieblingsplätze an der Schule in Oeventrop.
Foto: Martin Haselhorst
Was wir bereits wissen
Schulleiterin Elke Barz-Hoppe geht an der Grundschule Dinschede in den Vorruhestand. So ganz geht sie dann aber doch nicht.

Oeventrop..  Bis zum Mittagsgong hat Elke Barz-Hoppe an „ihrer“ Grundschule Dinschede in Oeventrop heute Platzverbot. „Vorher darf ich nicht kommen!“, sagt die scheidende Schulleiterin. Sie ahnt, dass Kollegen, Eltern und vor allem die Schüler sie heute nicht einfach so in den Ruhestand gehen lassen. „Ich habe wohl gehört, dass etwas geplant ist“, sagt sie, „und ich weiß, dass es schön werden wird.“ Dafür kennt sie diese Schule gut genug.

Auf den Tag ist sie gut vorbereitet, die Entscheidung war längst gefällt. „Und ich habe auch schon so langsam angefangen, aufzuräumen“, erzählt die 63-jährige Oeventroperin. So ganz ihre Brocken packen wird sie aber erst zu Beginn der Ferien. So ganz? Nein. Elke Barz-Hoppe kann zwar loslassen, will sich aber dennoch weiter einbringen. Sie wird Projektleiterin eines schon vom Land NRW genehmigten Projekts „Kultur und Schule“. Ein Jahr lang wird sie einmal wöchentlich in die Schule kommen und sich mit den Kindern unter dem Motto „Mensch und Tier“ mit der Kunst- und Kulturgeschichte auseinandersetzen.

Neugierig aufs Lernen machen

Projekte – die mochte Elke Barz-Hoppe auch stets als Schulleiterin. „Mit ihnen kann man Kinder neugierig auf das Lernen machen“, erzählt sie, „und in ihnen entdeckt man die Kinder mit ihren besonderen Stärken immer wieder ganz neu.“ Gerade in der Projektarbeit sieht sie gute Ansatzpunkte, die Kinder mit dem Blick auf das lebenslange Lernen für die Zukunftsanforderungen auszubilden. „Wir Lehrer sind da die wichtigen Lernbegleiter“, sagt Elke Barz-Hoppe.

Die Schule hat sich gewandelt und entwickelt, seit Elke Barz-Hoppe ihre ersten Berufsstationen in Ostbevern, Einen und an einer Förderschule in Ennigerloh gesammelt hat. „Die Erfahrung an der Förderschule war sehr lehrreich“, erinnert sie sich. Hier lernte sie viel, was sie später in Oeventrop umsetzte.

Kein Nachteil

Über ihren damaligen Mann, den es beruflich nach Arnsberg verschlagen hatte, kam Elke Barz-Hoppe nach Oeventrop. Hier hatte die junge Familie ein Haus bezogen. „Erst wollte ich nie im Ort arbeiten, in dem ich wohne“, erzählt sie. Heute weiß Elke Barz-Hoppe, dass dies in Oeventrop nie ein Nachteil gewesen ist. 30 Jahre lang unterrichtete sie an der Grundschule Dinschede, davon neun Jahre als Schulleiterin. Sie hielt privat eine gesunde Distanz und war trotzdem bestens vernetzt im Ort. „Das war völlig unproblematisch“, so die Lehrerin, „und das liegt auch an Oeventrop.“

Oeventrop klingt aus ihrem Munde wie ein Paradies für eine Schulleiterin. „Die dörflichen Strukturen wirken gut“, sagt Elke Barz-Hoppe. Ein sich sorgendes soziales Netz, engagierte Eltern und Einbindung in das Dorfleben „machen das Arbeiten leicht“.

Arbeiten muss sie nun nicht mehr – alles wird Hobby. In der Phantasiewerkstatt Arnsberg will sie sich mit ihrem Mann einbringen, mit ihrem neuen E-Bike das Sauerland erkunden und sich um die große Familie mit sieben Enkelkindern kümmern. „Wir werden es uns gut gehen lassen“, kündigt Elke Barz-Hoppe an, „freie Zeit ist schön.“ Und das Berufsleben als Grundschullehrerin war es auch. „Ich würd’s noch mal machen“, sagt sie zufrieden. Ohne zu zögern.