HSK-Einrichtung : Protest gegen Schließung des Bildungszentrums
Langscheid. Die vom Hochsauerlandkreis geplante Schließung des Bildungszentrums Sorpesee wird wohl doch nicht so glatt und geräuschlos über die Bühne gehen, wie sich das manche wünschen. Das Arnsberger Leuchtenunternehmen Trilux, einer der größten Arbeitgeber der Region, untermauert im Gespräch mit unserer Zeitung seine Kritik an der Schließung. Und Bürgermeister Detlef Lins forderte gestern Landrat Schneider auf, die Schließung zu überdenken.
Wie berichtet, plant der Hochsauerlandkreis, das Bildungszentrum Sorpesee in Langscheid zum 30. Juni 2011 zu schließen. Grund: Zu teuer, zuviel Zuschussbedarf – trotz steigender Buchungszahlen. Dabei drückt die Kreisverwaltung mächtig auf die Tube: Die Schließung soll ohne Kreistagsbeschluss über die Bühne gehen, darauf verständigte sich der „Ältestenrat“, die Runde der im Kreistag vertretenen Fraktionsvorsitzenden. Nur im Schulausschuss wird am Dienstag über die Absicht politisch diskutiert – doch dieses Gremium hat keine Entscheidungskraft.
Bei der Tagung der Leuchtenindustrie hatte Trilux-Generalbevollmächtigter Michael Huber am Dienstag gesagt, dass die Schließung des Bildungszentrums sein Unternehmen heftiger treffe als der Verlust eines Kunden (wir berichteten). Die Schließung schwäche die Infrastruktur des Sauerlandes und bringe Nachteile für die Industrie mit sich. Johannes Huxol, Geschäftsführer von Trilux, konkretisierte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung die Kritik. „Speziell die im Bereich der Sprachen angebotenen Inhalte sind mit der Kombination der Übernachtung und damit des mehrtägigen Aufenthaltes einzigartig in Nordrhein-Westfalen“, betont Huxol. „Die Lehrgangsteilnehmer können wirklich abtauchen in die Sprache, ohne eine aufwendige Auslandsreise vornehmen zu müssen.“
„Wir sind bestürzt, dass diese Bildungsstätte dem Rotstift zum Opfer fallen soll“
Die Nähe zum Unternehmensstandort einerseits und die abgeschlossene Lernatmosphäre hätten dazu geführt, dass Trilux seit Jahren mit Lehrgängen für Auszubildende bis hin zu Führungskräfteschulungen an der Sorpe ist. Empört zeigte sich Huxol, dass sein Unternehmen erst aus der Zeitung von der geplanten Schließung erfahren habe, der Hochsauerlandkreis nicht auf einen seiner besten Kunden im Vorfeld zugegangen sei. Huxol: „Wir sind bestürzt, dass eine derartig etablierte Bildungsstätte in unserer Region bereits der ersten Einsparungsinitiative des Kreises zum Opfer fallen soll.“
In einem Brief an Landrat Dr. Schneider berichtete auch Sunderns Bürgermeister Detlef Lins davon, dass er mit Kritik – von Skepsis bis hin zu völliger Ablehnung der Pläne – konfrontiert worden sei. Er fordert den HSK auf, die Entscheidung noch einmal zu überlegen. Bei allem Sparwillen sollte die Bildung doch nicht tangiert werden, betont Lins und verweist darauf, dass die Stadt Sundern den drittgrößten Anteil an der Kreisumlage zahlt und das Bildungszentrum eine wichtige Infrastruktureinrichtung mit Strahlkraft über das Stadtgebiet hinaus sei. Deshalb regt Lins an, eine Projektgruppe ins Leben zu rufen, die nach Möglichkeiten sucht, das Bildungsangebot in der Stadt zu lassen.














4 Kommentare
Kosten senken und Einsparungen und Schließungen....mal wieder so ein Schnellschuss.
Nicht richtig überlegt, es gibt Nutzen und Vorteile, die wohl nicht gesehen wurden.
Die Kanzlerin redet von Bildungsrepublik und der Kreis handelt ...
also wenn der Ältestenrat des Kreises (in dem normalerweise die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien CDU/SPD/FDP/Grüne/Linke sind) sowas so beschließt dann kann man dem Kreistag wohl nur noch bescheinigen das er von der demokratischen Struktur der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland keine Ahnung hat. Zumindest ist mir bisher nicht bekannt das eine solche Entscheidung einem nichtöffentlichen Gremium vorbehalten bleiben darf. Zudem gibt es bisher keine vorgelegten Kostenrechnungen geschweige denn Alternativorschläge wie die Arbeit der Bildungsstätte dann gewährleistet werden soll
Wahrscheinlich treffen einige Angaben in dem Artikel so nicht zu.
Denn der Ältestenrat kann überhaupt nichts beschließen. Laut Geschäftsordnung des Kreistags hat der Ältestenrat nur die Aufgabe, dass er "den Landrat bei dessen geschäftsführenden Aufgaben unterstützt", also z.B. bei der Aufstellung der Tagesordnung für den Kreistag.
Auch der Schulausschuss hat für diese Angelegenheit keinerlei Beschlußkompetenz.
Die SBL hat daher den Landrat heute aufgefordert darauf zu achten, dass erst der Kreistag in seiner nächsten Sitzung (voraussichtlich am 02.07.) eine Entscheidung treffen kann. Alle vorherigen Massnahmen können nur unter Vorbehalt getroffen werden.
Es wird nun in den nächsten Wochen darauf ankommen, alle Fakten und Argumente offenzulegen und zu diskutieren.