Die schlechte Seite der Abwrackprämie
Arnsberg/Sundern. Das sind die zwei Seiten der "Abwrackprämie": Während manch ein Neuwagenhändler so gute Geschäfte macht wie schon lange nicht mehr, leiden freie Werkstätten und Gebrauchtwagenhändler unter dem staatlichen Zuschuss. ...
Autohändler Matthias Abraham (r.): Markt für Gebrauchtwagen in der unteren Preisklasse ist total kaputt. (WR-Foto: Krischer)
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... "Solch einen Einbruch gab´s noch nie", klagt Matthias Abraham. Die Geschäfte liefen gut für Abraham aus Bachum, der in Höingen zusammen mit seiner Frau Susanne einen Autohandel betreibt. Abraham hat sich auf das Aufarbeiten günstiger Gebrauchtwagen spezialisiert. Wer einen Gebrauchten zwischen 1000 und 5000 Euro suchte, der wurde bei ihm fündig. "So ein Seat wie der dort hinten", sagt der 45-jährige Kfz-Experte und zeigt auf einen Arosa, "der wurde fertig gemacht, bekam ein Preisschild von 3900 Euro in die Scheibe und war dann auch schnell verkauft."
Heute steht dort auf dem Hof ein Ladenhüter.
Schuld daran ist die Abwrackprämie. Gebrauchte in dieser Preisklasse werden von den Interessenten links liegen gelassen - und mit den 2500 Euro Zuschuss wird ein Neufahrzeug gekauft. "Mit Krediten der Bank glauben viele, dass sie sich das leisten können", hat Matthias Abraham in den vergangenen Wochen immer wieder erfahren. "Der Markt für Gebrauchtwagen in der unteren Preisklasse ist total kaputt. Da läuft gar nichts mehr", konstatiert Abraham.
Das sieht auch Bruno Alba aus Hüsten so. Sein Schwerpunkt, mit dem er jahrelang gut fuhr: Autos zwischen 1000 und 3000 Euro ankaufen, reparieren, durch den TÜV bringen und weiter vekaufen. Doch damit ist es seit kurzem vorbei. "Ich bekomme gar keine Autos mehr angeboten", schimpft Bruno Alba. "Die kommen alle auf den Schrottplatz!"
"Markt für Autos in dieser Preisklasse ist erstmal leergefegt"
Die Abwrackrpämie ist zwar nur auf maximal ein Jahr ausgelegt - doch dass sich die Situation danach bessert, das glaubt der Hüstener Authändler nicht. "Der Markt für Autos in dieser Preisklasse ist doch für die nächsten Jahre erstmal leergefegt", fürchtet er.
Und Bruno Alba sieht auch noch ein anderes Problem: Die Prämie ist für manche eine unwiderstehliche Versuchung, sich über Gebühr zu verschulden. "Da hatte ich einen Kunden, der die 400 Euro für eine Reparatur nicht zahlen konnte. Der kriegt jetzt die Prämie, einen Kredit von der Bank und kauft sich damit ein neues Auto", hat Alba erfahren. "Wie soll der denn die Raten zahlen, wo er doch schon kein Geld für die Reparatur hat?"
Wilhelm Lange in Sundern betreibt eine freie Werkstatt - und spürt ebenfalls die Folgen der Abwrackprämie. Weil er Kunden verliert. "Wer früher mit seinem älteren Auto zu uns kam, um es zum Beispiel durch den TÜV bringen zu lassen, der überlegt sich das jetzt zweimal", weiß Lange. Haben die Kunden erstmal ein neues Auto gekauft, gehen sie über Jahre den freien Werkstätten verloren. Drei Kunden kennt Lange schon jetzt, die ihr Auto, das sonst regelmäßig auf seiner Hebebühne stand, in die Schrottpresse brachten. Und weitere werden folgen. "Die", so ist Wilhelm Lange sicher, "werden uns für die nächsten Jahre definitv flöten gehen."












