40 Jahre in der Arnsberger Politik

Auch die SPD-Fraktion gratulierte ihrem Jubilar Werner Frin.
Auch die SPD-Fraktion gratulierte ihrem Jubilar Werner Frin.
Foto: Elena Segalen
Was wir bereits wissen
Der Neheimer Werner Frin (SPD) mischt sich seit 40 Jahren als Ratsherr in die Politik seiner Heimatstadt ein. Er ist der dienstälteste Arnsberger Ratsherr.

Arnsberg..  Das kommt nicht oft vor im Ratssaal des Arnsberger Rathauses: Mitglieder aller Fraktionen und Parteien erheben sich von den Stühlen und geben stehende Ovationen. Sie feiern mit spürbarem Respekt einen von ihnen, sie gratulieren dem Ratsherrn Werner Frin von der SPD für 40 Jahre Zugehörigkeit und vor allem für sein Engagement im Stadtparlament.

Der 70-jährige Werner Frin ist der dienstälteste Stadtparlamentarier. Vor allem aber ist er der Mann, der von der ersten Stunde an das nach der Kommunalreform „vereinte“ Arnsberg politisch begleitet und maßgeblich mitgestaltet hat.

Schmidt, Scheel und JuSo-Frin

Lange ist es her: Als Frin in Arnsberg seine politische Arbeit im Rat aufgenommen hat, war die Welt noch eine andere. Eine, die sich heute im Geschichtsbuch findet: Frins Genosse Helmut Schmidt war Bundeskanzler, Walter Scheel (FDP) noch Bundespräsident. Borussia Mönchengladbach hatte die Deutsche Fußballmeisterschaft gewonnen. Mächtigster Mann der Welt war US-Präsident Gerald Ford. Und das noch immer gültige „Wort des Jahres“ war „Aufmüpfig“.

Aufmüpfig ist Werner Frin heute nicht mehr, aber immer noch kritisch und scharfzüngig. Als junger Jung-Sozialist, der die Welt verändern wollte, war eine der ersten Vorlagen, über die er stolperte, eine Schlachthaus-Satzung. „Knochentrocken“, erinnert sich Frin, „das war ziemlich ernüchternd“.

Seine politischer Stil bringt ihm Respekt ein. „Sie genießen große Achtung und Wertschätzung bei Kollegen aller Fraktionen und in der Verwaltung und geben diese auch zurück“, sagte Bürgermeister Hans-Josef Vogel vor der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause. Das CDU-Stadtoberhaupt lobte Frins „sachliche Arbeit, die immer stark am Thema orientiert ist“ und seine „große Erfahrung“. Auch SPD-Fraktionschef Ralf Bittner freut sich, dass Frin „die Ratsarbeit mit seinem Wissen bereichert und es auch an Jüngere weitergibt“.

Frin reagiert gerührt, doch schlagfertig: „Das hörst du sonst nur, wenn du zu Grabe getragen wirst“. Tatsächlich sei er froh, sich über all die Jahre für die Stadt und die Menschen eingesetzt zu haben. Entscheidungen wie die über 30 Millionen Euro für den Altstadttunnel oder der Umbau des Neheimer Marktes hätten aber auch „Herzklopfen“ verursacht. „Ich habe sicherlich viel angestoßen“, sagt er. „Das eine oder andere, das ich mal wollte, habe ich auch nicht erreicht!“, gibt er zu. Mit dem Nachsatz: „Und heute weiß ich, dass es in einigen Fällen auch gut so war.“.

Ruhige und warme Ausstrahlung

Der Neheimer Werner Frin strahlt Ruhe und Wärme aus. Durch Stimme, Art der Beiträge und kleine Gesten. So wie kürzlich, als er in einer Ausschusssitzung vorübergehend den „Babysitter“ für den kleinen Sohn der Fraktionsgeschäftsführerin Elena Segalen spielte. Der kleine Mann nahm Platz auf dem Schoß des „Opas“ und verfolgte brav die politische Debatte.

Ältester Ratsherr im Arnsberger Stadtparlament ist Werner Frin übrigens nicht. Günter Friedrich Simon (AfD/Jg. 1941) und auch die stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner (CDU/Jahrgang 44) haben noch ein paar Monate mehr auf dem Buckel. Niemand aber ist so lange im Arnsberger Rat wie Werner Frin.

Zum alten Eisen gehört Werner Frin deshalb noch lange nicht, was er als Vorsitzender des Ausschusses Planen, Bauen und Umwelt auch in Zeiten zukunftsweisender Stadtentwicklungen unter Beweis stellt. „Ich werde nicht aufhören, mich einzumischen“, kündigte er an. Gut so.