38 BJB-Mitarbeitern wird Wechsel in TraQ angeboten

Noch arbeiten bei BJB 530 Mitarbeiter. 38 von ihnen wird ein Wechsel in die Transfergesellschaft angeboten.
Noch arbeiten bei BJB 530 Mitarbeiter. 38 von ihnen wird ein Wechsel in die Transfergesellschaft angeboten.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
38 Mitarbeitern des Neheimer Lichttechnik-Unternehmens BJB wurde das Angebot unterbreitet, in die Transfergesellschaft TraQ zu wechseln. Bei 80 Prozent der bisherigen Bezüge und mit einer Abfindung können sie mit Weiterbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen ab 1. September zwölf Monate überbrücken.

Neheim.. Kein leichter Tag für das Lichttechnik-Unternehmen BJB aus Neheim. Am Mittwoch wurden Betroffene über Maßnahmen eines sozialverträglichen Personalabbaus informiert, der Teil notwendiger Umstrukturierungen des Traditionsbetriebes geworden ist. 38 Mitarbeitern wird das Angebot unterbreitet, in die Transfergesellschaft TraQ zu wechseln. „Wir haben das Interesse, dass möglichst viele der betroffenen Mitarbeiter neue Anstellungsverhältnisse bekommen“, so Geschäftsführer Philipp Henrici. Die TraQ, so Henrici, habe hohe Erfolgsquoten bei der Vermittlung nach ihren Umschulungen. Der Unternehmer spricht von 80 Prozent. „Es gibt wohl auch schon Anfragen“, ergänzt Philipp Henrici.

Unvermeidbare personellen Einschnitte

Vor den nun offenbar unvermeidbaren personellen Einschnitten , die sich auf den Standort Neheim begrenzen, arbeiten noch 530 Mitarbeiter/-innen bei BJB. Der Personalabbau beträfe vor allem die traditionellen Geschäftsfelder des Unternehmens. 38 nach Sozialkriterien ausgewählte Mitarbeiter können in die Auffanggesellschaft. Bis in das Jahr 2016 hinein werden aber auch über normale Fluktuation noch weitere Stellen reduziert. Das sei aber ein Prozess. „Es ist ja nicht so, dass wir nichts zu tun hätten!“, sagt Philipp Henrici.

Zusammen mit seinem Vater und langjährigem Patron des Unternehmens, Dieter Henrici, wohnte er am Mittwoch der Informationsveranstaltung für die betroffenen Mitarbeiter bei. Auch Betriebsrat, IG Metall, Arbeitsagentur und der Unternehmensverband waren anwesend. Die im Urlaub weilenden Mitarbeiter werden noch im persönlichen Gespräch über das Angebot informiert.

Perspektiven aufbauen über TraQ

Der Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass dieser Tag wohl einer der schwersten sei, seit er von sieben Jahren bei BJB in die Verantwortung gerückt ist. „So etwas ist nicht einfach. Solche Entscheidungen zu treffen ist schwierig“, so Henrici, „da schläft man nicht gut“. Er habe auch Verständnis dafür, dass ausgewählte und betroffene Mitarbeiter nun enttäuscht seien. Über die TraQ wolle man aber Perspektiven aufbauen.

IG-Metall-Sprecher Wolfgang Werth ist mit dem Verhandlungsergebnis „trotz holprigen Verlaufs“ zufrieden. „Wir halten das für ein gutes Angebot“, sagt er. Er empfiehlt den angesprochenen Mitarbeitern den Wechsel in die TraQ - zumal der Betriebsrat eine hohe Abfindung ausgehandelt habe.

Mitten im Strukturwandel

BJB befindet sich mitten im Strukturwandel hin zu den neueren Märkten der LED-Technologie. In der Vergangenheit hat das mittelständische Unternehmen auch in Krisenzeiten ein hohes Maß an Verantwortung für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze - auch unter Entgegenkommen der Mitarbeiter - gezeigt. „Jetzt mussten wir aber im Sinne des ganzen Unternehmens reagieren“, erklärt Philipp Henrici.