29-Jähriger als Pädagoge im Einsatz
14.04.2010 | 07:00 Uhr 2010-04-14T07:00:00+0200Vosswinkel. Endlich mal wieder zuhause! Endlich alle mal wiedersehen! Darauf hat sich Frank Spieker gefreut. Seit Montag ist der 29-Jährige für drei Wochen in Deutschland und in seinem Heimatort Voßwinkel.
Nicht nur seine Familie, auch viele Freunde und Bekannte freuen sich darauf, ihn zu treffen, von seiner Arbeit zu hören, denn seit bereits sechs Jahren setzt der Erzieher und Pädagoge in Südafrika seine ganze Arbeitskraft erfolgreich und ehrenamtlich für erwachsene „Menschen mit besonderen Bedürfnissen” ein.
In Hermanus in der Provinz Western Cape unweit von Kapstadt befindet sich eine der überall auf der Welt verstreuten „Camphill-Einrichtungen” für unterstützendes Wohnen und Arbeiten mit Menschen, die auf pädagogische und psychologische Betreuung angewiesen sind. Mit 15 der 50 Bewohner lebt Frank Spieker tagtäglich unter einem Dach.
Kontakte wichtig
Die Mitarbeit in Landwirtschaft, Gärtnerei, Bäckerei und Käserei gehören zum Alltag der Camphill-Bewohner und deren Betreuer. An Wochenenden organisiert der Pädagoge Freizeit- und Kulturprogramme, sucht jenseits von Camphill den Kontakt zur Bevölkerung im acht Kilometer entfernt liegenden Hermanus.
Als „Mr. Camphill” ist Frank Spieker hier bereits bekannt, denn er war es, der sehr schnell erkannte, dass das schützende Lebens- und Arbeitsumfeld für seine Schützlinge zwar sehr wichtig ist, den erforderlichen Kontakt nach außen jedoch nicht ersetzt. Seitdem gehören regelmäßige Markteinkäufe, die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen als auch gegenseitige Einladungen zur Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens.
Großes Engagement
„Als ehemaliger Schüler des Berufskollegs am Eichholz in Arnsberg zeichnete Frank Spieker sich bereits damals mit außergewöhnlichem Engagement aus”, berichtet seine ehemalige Lehrerin Dorothee Müller. Für zwei Wochen reiste sie mit der Fotografin Gaby Salingré aus Westenfeld nach Südafrika, um der schon so lange ausgesprochenen Einladung nachzukommen.
„Eine hervorragende Arbeit in einer Einrichtung, die sicherlich auch für Deutschland Modellcharakter hat”, schwärmt Dorothee Müller und lobt die hoch professionelle Arbeit ihres ehemaligen Schülers. „Was ihm fehlt? Eine kleine finanzielle Unterstützung zum Beispiel für einen alten Bulli, mit dem Frank noch häufiger mit seinen ihm anvertrauten Schützlingen den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in Hermanus suchen könnte, denn seine äußerst wertvolle ehrenamtliche Arbeit sollten wir - wenn auch nur mit einem kleinen Obulus - honorieren.”
Vielleicht findet ja der ein oder andere wohlmeinende Spender den Weg zu Spiekers in Voßwinkel, Zum alten Friedhof 41.

16:22
Hut ab! Nicht jeder hat den Mut und das soziale Verständnis sich so zu engagieren!