25 Euro Gebühr – doch mancher fragt: wofür?

Hundehaltung ist bereits eine kostspielige Angelegenheit – künftig müssen viele Halter noch 25 Euro drauflegen.
Hundehaltung ist bereits eine kostspielige Angelegenheit – künftig müssen viele Halter noch 25 Euro drauflegen.
Foto: WAZ FotoPool

Arnsberg/Sundern..  Stell dir vor, du zahlst 25 Euro Gebühr – und fragst dich dann: wofür? Wer sich in Arnsberg ab 1. März einen sogenannten „großen Hund“ anschafft, wird einmalig zur Kasse gebeten – wie überall sonst in Nordrhein-Westfalen auch, denn die neue Gebühr fußt auf einer Änderung der „Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung“ des Landes. In Sundern wurde diese Änderung bereits zum 21. Januar 2015 umgesetzt.

Tags zuvor hatte der NRW-Landtag eine verpflichtende Einführung dieser Abgabe in allen 396 Städten und Gemeinden beschlossen.

Verpflichtend war die „Anzeige eines großen Hundes“ bereits zuvor, doch der Besitzer musste für diesen Verwaltungsakt nichts bezahlen. „Groß“ ist in Hundekreisen, wer mehr als 20 Kilo Gewicht auf die Waage bringt und/oder eine Widerristhöhe von mindestens 40 ­Zentimetern misst.

Derlei Vierbeiner sind aus „ordnungsrechtlichen Gründen“ bei der Verwaltung des Heimatortes anzuzeigen – zusätzlich zur Anmeldung aus steuerrechtlichen Gründen, die für jeden Hund obligatorisch ist; damit Hundesteuer kassiert werden kann. Mit dieser Steuer haben die 25 Euro demnach nichts zu tun, wie auch die Arnsberger Verwaltung betont. Außerdem seien Bürger, die bereits einen „großen Hund“ besitzen, nicht von der Gebühr betroffen.

Beschwerden und facebook-Kritik

Nach Bekanntmachung hatten sich einige Hundehalter im Arnsberger Rathaus beschwert. Und auch auf facebook (www.facebook.com/
WestfalenpostArnsbergSundern
) gab es zahlreiche Kommentare – von „Gibt es auch eine Vogelsteuer?“ bis hin zur Frage „Was hat das Land zu diesem Unsinn veranlasst – Begehrlichkeiten der Städte und Gemeinden?“ Letztere Anmerkung scheint nicht ganz unangebracht, denn: Die Einnahmen verbleiben in der jeweiligen Stadtkasse.

Dagegen sei aber nichts einzuwenden, wie Melanie Fricke meint. „Der tatsächlich entstehende Verwaltungsaufwand rechtfertigt diese Gebühr“, so die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin aus Sundern auf Anfrage. Die Anzeige großer Hunde sei für die Verwaltung mit „relativ viel ­Lauferei“ verbunden, u.a. ­gehöre dazu auch der Eintrag in die „Landes-Hundedatenbank“, von dem auch die Halter profitieren.

Frage nach dem Gegenwert

Etwa 1000 „große Hunde“ leben derzeit in Sundern. Mehr als 100 „Zugänge“ gibt es im Jahr, die Gesamtzahl bleibt wegen etwa gleich vieler Abmeldungen fast konstant.

Bleibt die Frage nach dem Gegenwert – was dürfen angehende Hundehalter für diese 25 Euro erwarten? Jedenfalls keine zusätzlichen Kotbeutelspender oder gar Auslaufflächen für ihre Begleiter. Aber diese Diskussion ist Hundebesitzern ja nicht neu – schließlich ist auch mit der Hundesteuer keine bestimmte ­Leistung verbunden, z.B. das Reinigen der Gehwege von Hundekot.