2014 weniger Kradunfälle in Sundern gezählt

Drei Verkehrsunfälle in Arnsberg und Sundern endeten 2014 tödlich.
Drei Verkehrsunfälle in Arnsberg und Sundern endeten 2014 tödlich.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg/Sundern..  Insgesamt 18 Verkehrsunfälle mit Todesfolge gab es 2014 im Hochsauerlandkreis, zwei davon passierten in Sundern, ein weiterer ereignete sich in Neheim.

Wie die Polizei in ihrem gestern in Meschede veröffentlichten Verkehrsbericht 2014 ausführt, war in zweien dieser drei heimischen Fälle Alkohol im Spiel: So am 14. März gegen 19 Uhr in Neheim, als eine 23-jährige Pkw-Fahrerin auf der Landesstraße 745 einen betrunkenen Radfahrer erfasst. Der 35-Jährige überquert völlig unvermittelt die Fahrbahn, trägt außerdem Kopfhörer; er stirbt noch an der Unfallstelle. Unter Alkoholeinfluss stand auch der 23-Jährige, der am 1. Juni gegen 3.30 Uhr morgens in einer Linkskurve der L 685 in Sundern von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Strommasten prallt. Sein 24 Jahre alter Mitfahrer wird beim Aufprall tödlich verletzt.

„Unachtsamkeit“

Ursache „Unachtsamkeit“ heißt es dagegen im Bericht zum tödlichen Unfall am Morgen des 16. Dezember in Sundern: Als eine 74-jährige Fußgängerin unmittelbar vor einem Lastwagen die Hauptstraße überqueren will, fährt dessen Fahrer plötzlich an und überrollt die Frau.

Weder in Arnsberg noch in Sundern wurde im vergangenen Jahr ein Kradfahrer bei einem Unfall tödlich verletzt – trotzdem sind und bleiben motorisierte Zweiräder aus Sicht der Polizei ein hoher Risikofaktor:

Vermehrte Kradkontrollen

Mit einem Anteil von 28,2 Prozent war 2014 mehr als jeder vierte Schwerverletzte bei Unfällen im HSK ein Motorradfahrer. In Arnsberg stieg die Zahl der Kradunfälle von 18 auf 22 an. Erfreulich dagegen die Entwicklung in Sundern, dort wurde ein Kradunfall weniger als im Vorjahr gezählt (von 25 auf 24). Wohl auch Folge der „Vereinbarung zur Ordnungspartnerschaft“ (wir berichteten): Nach deren Abschluss fanden – mit Schwerpunktbildung im Bereich der Stadt Sundern – zahlreiche Kradkontrollen an den Wochenenden statt. Als bisheriges Ergebnis hält die Kreispolizei fest:

„Im Bereich der Stadt Sundern führten die vermehrten Kontrollen tatsächlich zu einem Rückgang der Unfallzahlen und gleichzeitig zu einer von Anwohnern wahrgenommenen Verringerung des Motorradlärms. In allen anderen Bereichen im HSK stiegen die Unfallzahlen.“

Sorgen machen der Polizei außerdem die sogenannten „Jungen Erwachsenen“: Die 18- bis 24-Jährigen sind weit über Durchschnitt durch Verkehrsunfälle gefährdet. Arnsberg (49 Verunglückte aus dieser Bevölkerungsgruppe) und Sundern (26) liegen 2014 fallzahlenmäßig kreisweit an erster und zweiter ­Stelle. In der Häufigkeit dagegen (Verunfallte je 100 000 Einwohner) schneidet vor allem Arnsberg deutlich besser ab. Das gilt auch für den Bereich Verkehrsunfälle mit Kindern. Zwar verunglückten im Vorjahr in der größten Stadt des HSK mit 23 die meisten Minderjährigen (U15); gemessen an der Einwohnerzahl liegen aber vier Kommunen deutlich vor Arnsberg. In Sundern verunglückten im vergangenen Jahr acht Kinder im Straßenverkehr.

Heimische Senioren fahren diszipliniert: Seit 2009 sind Ü-65-Jährige im HSK weniger häufig als Unfallverursacher aufgetreten als im Landesdurchschnitt. Allerdings ist die Tendenz leicht steigend – in Arnsberg verunglückten im Vorjahr 33 Senioren, in Sundern waren es 13.