18 Kilometer Zähne zusammenbeißen

Herdringen..  In Herdringen heißt es am kommenden Wochenende erneut: auf die Plätze, fertig, Matsch. Zum zweiten Mal findet auf den Ländereien des Jagdschlosses der „Tough Mudder“ statt - ein 18 Kilometer langer Ausdauerlauf mit extremen Hindernissen, die es in sich haben und den Teilnehmern einiges abverlangen. Unsere Zeitung vergab im Vorfeld an drei Bewerber „Wild Cards“ für das Rennen über Stock und Stein.

Erst seit Ende Februar trainiert Ingo Lange (51) für den Tough Mudder; aber dafür jetzt umso intensiver. Muss er auch, denn dieser Hindernissparcour ist definitiv kein Zuckerschlecken. Angefangen ist er mit einem 5000 Meter Lauf - und schnell waren Erfolge zu verzeichnen: „Letzten Sonntag habe ich 13 Kilometer geknackt“, so der Hobbyhandballer Ingo Lange. Kurz nach der Anmeldung sind bei ihm Knieprobleme aufgetreten, doch er hat weitertrainiert. Seine Familie und Bekannten meinen, er würde die Distanz auf keinen Fall schaffen. „Meine Familie findet meine Ambitionen albern, nicht altersgemäß und meinem ohnehin immer schwer nachvollziehbaren Gedankengut entspringend“. Doch Ingo ist da definitiv anderer Meinung: „Jetzt erst recht – den zeige ich es“. Für ihn sind diese Aussagen Motivation.

Frank Pribel (44) ist körperlich deutlich besser drauf als Trainingspartner Ingo Lange. Die beiden haben sich am Tag der Gewinnübergabe kennengelernt und beschlossen, gemeinsam zu trainieren. Er läuft schon lange regelmäßig, auch Marathons stehen auf seiner abgehakten To-Do Liste. In erster Linie läuft er, um dem Alltag für einen Moment zu entfliehen und die Natur zu genießen. „Das Laufen tut mir körperlich und seelischgut.“ Derzeit trainiert er bis zu drei Mal in der Woche. Auf seinem Plan stehen Laufeinheiten mit Höhenmetern und Radeln. „Ich bin schon immer gerne gelaufen und jetzt bin ich gespannt, wie es wird, wenn Hindernisse im Weg stehen“, erklärt Pribel. Seine Familie steht voll hinter ihm. Doch auch in seinem Bekanntenkreis gibt es belustigende Kommentare, aber dass er verrückt sei, wüsste er selber.

Jede Menge Muskelkater

Der Dritte im Bunde ist Heinz Dudel (34). Er trainierte in einem siebenköpfigen Team: jeden Montag 90 Minuten intensives Zirkeltraining - um nicht nur die Laufmuskeln fit zu halten, sondern auch die anderen Muskelgruppen, die für die Hindernisse gebraucht werden. Ansonsten war er noch etwa ein bis zwei Mal pro Woche bis zu 15 km laufen. „Muskelkater hatte ich jede Menge, aber man muss die Zähne zusammenbeißen. Nur dann klappt es.“ Ausreichend vorbereitet fühlt er sich überhaupt nicht. Er lässt die Aktion einfach auf sich zukommen. „Ich hoffe, dass mich irgend jemand trägt“, schmunzelt er. Trotzdem ist er überzeugt, das Ziel zu erreichen. Das sei 100-prozentige Kopfsache. Seine Familie verhält sich neutral. „Und der Rest hält mich eh für durchgeknallt“.

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