Amtsleiter: Wir sanieren damit den Haushalt nicht
01.06.2010 | 17:35 Uhr 2010-06-01T17:35:00+0200
Bottrop. Eine Einsparung von rund 300000 Euro verspricht sich die Stadt Duisburg von der Maßgabe, dass Sozialhilfe-Empfängern künftig der Einzug in ein teures Pflegeheim verwehrt wird. Ein solches Vorgehen schließt Sozialamtsleiter Werner Bagh für Bottrop aus.
Und er sei auch trotz allen Spardrucks aus dem politischen Raum nicht dazu aufgefordert worden, solche Überlegungen anzustellen.
60 Prozent aller Bottroper Heimbewohner beziehen Leistungen von der Stadt, damit die Heimkosten gedeckt sind. Die Duisburger Sozialverwaltung will nur noch die Auswahl von Heimen zulassen, in denen die Kosten für die vollstationäre Pflege maximal fünf Prozent über den Durchschnittskosten aller Duisburger Heime liegen. Die freie Wahl der Einrichtung sei im Gesetz verankert, erklärt Bagh, werde aber durch den Zusatz eingeschränkt, dass der Kommune nicht „unverhältnismäßig hohe Mehrkosten“ entstehen dürften. Diese sehr allgemein gehaltene Bedingung erfüllte z. b. ein Heim, das mit 6500 Euro Kosten rund 3000 Euro teurer wäre als der Durchschnitt der Bottroper Heime. Wenn ein pflegebedürftiger Bottroper in ein solches teures Heim einziehen wollte und von der Kommune einen Zuschuss zu den Pflegekosten erwarte: „Dann würde ich mich sträuben“, stellt Bagh fest. „Aber wir haben diesen Fall noch nicht gehabt.“
Die Preise für die Bottroper Heime variieren innerhalb einer geringen Spannbreite von etwa zehn Prozent, erklärt Bagh. Diese Differenz liegt u. a. begründet im Alter der Heime und in ihren unterschiedlichen Konzepten. Wollte das Sozialamt nur noch Heime akzeptieren, die preislich nur fünf Prozent über dem durchschnitt liegen: „Dann würde manche Einrichtung in Bottrop nicht mehr mitfinanziert“, stellt Bagh fest. „Aber das können und sollten wir uns nicht erlauben. Denn damit würden wir unseren alten Leuten nicht gerecht.“ Sie haben nach Baghs Erfahrungen zumeist den Wunsch nach einem bestimmten Heim, und dieser Wunsch sollte an der finanziellen Notlage der Stadt nicht scheitern. „Es könnte eine winzige Entlastung bringen, aber wir sanieren damit den Haushalt nicht“, stellt Bagh fest. Er erinnert daran, dass die Entscheidung für ein Heim oft unter Zeitdruck gefällt wird, weil kein anderer Platz frei ist.Bagh kann sich nicht vorstellen, einem pflegebedürftigen Senior diesen Platz mit dem Hinweis zu verweigern, er müsse warten, bis in einem billigerem Heim ein Bett frei ist.
13:55
Es entbehrt eh jedweder Logik, dass in NRW die Pflegeheime für Demenzkranke der Pflegestufe 3 über 4200€ monatlich kassieren.
@2 Bahnbote:
Der Pflegeatlas ist ein Witz, alleine schon wenn man sich die Betreung von Demenz Patienten anschaut.
23:58
Sozialhilfe-Empfänger benötigen kein Pflegeheim, hier genügt eine Garage mit zwei Betten.
21:43
Der Pflegeatlas für alle Bottroper Seniorenheime wird das Problem schon richten bei der richtigen Auswahl für den Heimbewohner.
07:27
Laut statistisches Bundesamt leben in Deutschland nur noch 40 Prozent von ihrer Erwerbstätigkeit. 60 Prozent von Unterhalt (öffentlicher Dienst), Rente, Pensionen, ALG I oder II, Sozialhilfe oder Bafög. Das kann kein Gemeinwesen auf Dauer aushalten.