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Waltraud Doual: Engagement mit ganzem Herzen

20.06.2007 | 09:25 Uhr

Evingsen. Waltraud Doual ist Lehrerin durch und durch. Selbst als sie gestern bereits den Erhalt ihrer Abschiedsurkunde quittiert hatte, konnte sie es nicht verleugnen. Noch während Vertreter der Schule bei ihrer offiziellen Abschiedsfeier ihre Grußworte

Dann kehrte sie in den Pavvillon der Grundschule zurück und fand endlich Zeit, die letzte Etappe ihres Abschieds zu genießen.

Über 40 Jahre, genauer seit 1. April 1966, war Waltraud Doual im Schuldienst tätig. Nach Evingsen kam sie im Februar 1972. "Überall herrschte Lehrermangel", sagte sie gestern. Schulleiter Karl-Heinz Zündorf erinnerte in seiner Abschiedsansprache daran, dass der Märkische Kreis damals Lehrerinnen und Lehrer mit preisgünstigen Grundstücken köderte.

Douals Wahl fiel auf Evingsen, weil die Schule damals Versuchsgrundschule war, an der die neuen Richtlinien erprobt wurden. "Die Neugier und der Wille, neue Wege zu erproben, sie anschließend zu bewerten und sie gegebenenfalls beizubehalten, sind Dir in all Deinen Dienstjahren erhalten geblieben", sagte Karl-Heinz Zündorf gestern.

Hartnäckigkeit und Energie

Organisationstalent, Hilfsbereitschaft, Hartnäckigkeit und Energie seien herausragende Eigenschaften der scheidenden Lehrerin gewesen, betonte der Schulleiter.

Generationen von Evingser und Nettenscheider Schülerinnen und Schüler sind durch die Hände von Waltraud Doual gegangen. Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Sport, Kunst und manchmal auch Musik - es gibt fast nichts, was sie nicht unterrichtet hätte. "Du hast gefordert und gefördert. Dies alles immer mit dem notwendigen Augenmaß für das Machbare einer Pädagogin, die es trefflich verstand, das Leistungsvermögen der ihr anvertrauten Kinder einzuschätzen", sagte Karl-Heinz Zündorf weiter. Immer habe sie sich mit "ganzen Herzen" engagiert.

Vor der offiziellen Verabschiedung hatten die Mädchen und Jungen bei einer Veranstaltung in der Turnhalle ein Abschiedsfest bereitet. Sie versüßten Waltraud Doual den Abschied mit Liedern, Tänzen und Geschenken, vom selbstbemalten Hühnergeschirr über bunte Deko-Eier bis zum knusprigen Baguette und roten Socken.

Ein lebendes Überraschungspräsent hatte Waltraud Doual bereits am Dienstagabend erhalten. Zusammen mit einer lebenden Ziege verehrten Schüler und Eltern ein tönernes Ebenbild des vierbeinigen Geschenks.

Von Wolfgang Teipel

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