TÜV springt in die Bresche
14.04.2010 | 22:07 Uhr 2010-04-14T22:07:00+0200
Altena.Nach den Zeitungsberichten über die stillgelegten DRK-Wagen rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft. Seit gestern tragen die beiden K-Schutz-Fahrzeuge wieder eine TÜV- Plakette. Die Prüfer ermöglichten eine kostenlose Hauptuntersuchung. Das Land trägt die Gebühren in Zukunft.
Jörg Mauter, amtlich anerkannter Prüfer beim TÜV in Lüdenscheid, und eine weitere Kollegin lasen die Geschichte von den stillgelegten DRK-Krankenwagen am Montag in der Zeitung und marschierten zum Chef.
Jörg Mauter: „Wenn es bei mir mal brennen sollte, dann sollte Hilfe nicht daran scheitern, dass das Feuerwehrauto keine Hauptuntersuchung hat.“ So etwas dürfe im öffentlichen Bereich einfach nicht vorkommen. Spontan entschieden die Lüdenscheider: „Wir helfen kostenlos.“
So standen die DRK-Helfer Mark Middendorf und Alexander Fischer gestern Morgen mit ihren zwei Transportern Punkt 8 Uhr am TÜV-Gebäude in Lüdenscheid.
Jörg Mauter fährt den Mercedes 507 D über die Grube, drückt die Hupe, betätigt den Blinker. Bis auf den Test von Blaulicht und Martinshorn ist es die normale Prozedur wie bei jedem Auto. „Das ist hier wie beim Zahnarzt: Die Löcher werden mitgebracht“, sagt der Prüfer und klettert in die Grube.
Bis auf Blaulichttest – Prozedur wie beim Pkw
Die Bremsen des 21 Jahre alten Arzttrupp-Wagens machen ihm Sorgen. „Das ist der Tribut an die lange Standzeit“, weiß der Autoexperte, schwingt sich ans Steuer und dreht einige Runden auf dem TÜV-Gelände. Danach sind die Anzeigen im Bremsenteststand in Ordnung. In den 20 Dienstjahren hat der Mercedes gerade 22 568 Kilometer auf den Tacho gebracht. Auch der ein Jahr jüngere Krankentransportwagen ist gerade 26 500 Kilometer gefahren.
Am Rande des Sportplatzes oder bei größeren Einsätzen zur Unterstützung der Feuerwehr fahren die DRK-Sanitäter mit den eigenen Wagen vor. Die beiden K-Schutz-Fahrzeuge stehen nur für Katastrophen bereit. Einst wurden die Autos vom Bund angeschafft, um die zivile Bevölkerung im Kriegsfall zu versorgen – der sogenannte „Zivilschutz“. Für große Katastrophen durch zivile Unfälle war das Land zuständig. Vor einigen Jahren gaben Bund und Land diese Doppelstruktur auf und legten ihre Einheiten zusammen. Im vergangenen Jahr allerdings begann der Bund, sich ganz aus dem System zu verabschieden. Das Land „erbte“ einen meist uralten Fahrzeugbestand. Vor fünf Monaten erst wurden die Altenaer DRK-Wagen vom Bund auf den Märkischen Kreis umgemeldet. Vergessen wurde offenbar zu klären, wer wovon die Reparaturen der Autos bezahlt.
11:49
Vielen Dank an den TÜV!
Das kann alles nicht sein.
Erst wird der Katastrophenschutz bis auf ein bedenkliches Maß zusammengkürzt. Dringende Anschaffungen und Ersatzbeschaffungen werden unterlassen. 20 Jahre alte Fahrzeuge sollen das Rückrat der Katastrophenschutzflotte bilden?
Jetzt das! Es wird schlichtweg vergessen, das Gelder bereitgestellt werden müssen.
Man sieht was für einen Stellenwert diese Staatliche Aufgabe hierzulande hat und was die Politik davon hält. die Schwarz-Gelbe Landesregierung hat uns schon fast ein Viertel aller Einheiten des Katastrophenschutzes zusammengestrichen.
Wenn der nächste große Einsatz kommt und die 20 Jahre alten Fahrzeuge auf der Anfahrt auseinanderbechen wird das Geschrei groß sein...
09. Mai ist Landtagswahl!
Geht wählen und lasst euch nicht behandeln!
21:35
Finde ich gut!
Dank an die Herren vom TÜV!!!
MFG, ein Kamerad