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Grundschüler

Staunen auf der Kirchenbank

10.02.2012 | 00:00 Uhr
Staunen auf der Kirchenbank

Altena.Einer echten Königin, nämlich der der Instrumente, machten gestern Erst- und Zweitklässler der Grundschule Mühlendorf ihre Aufwartung. Mit dem Orgelmärchen von den „Fürchterlichen Fünf“ verzauberten in der Lutherkirche Martin Theile und Marion Jeßegus von der Musikschule Lennetal den sichtlich begeisterten Nachwuchs.

Was musizieren bedeutet, welchen Wert Musik hat, wie schön Melodien klingen, aber auch wie schwierig es sein kann, selbst ein Instrument zu spielen, das wissen die Jungen und Mädchen genau. Schließlich nehmen sie in ihrer Schule am Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) teil.

Doch eine so riesige Orgel wie die in der Lutherkirche haben nicht alle bereits gesehen; ganz zu schweigen von einzelnen echten Orgelpfeifen aus nächster Nähe. Kindgerecht erklären Martin Theile und Marion Jeßegus erst einmal, wie Töne – dunkel und hell, sonor und schrill – entstehen. Eine Doppelhubkolben-Pumpe ersetzt dabei ganz unkonventionell den Blasbalg.

Das Äußere ist eigentlich total egal

Und sobald Marion Jeßegus auf der Orgelbank Platz genommen hat, geht’s auch schon los mit dem Märchen. Im Mittelpunkt: Die fünf tierischen Freunde Kröte, Spinne, Fledermaus, Ratte und Hyäne. Sie erleben, dass es total egal ist, wie ein Lebewesen aussieht. Wichtig ist doch, gemeinsam mit viel Freude etwas zu unternehmen.

Eine besondere Orgel-Tonfolge lässt in der Fantasie der Kinder jedes Tier zum Leben erwachen – dumpf für die Kröte, beschwingt für die Fledermaus, tapsig für die Ratte, leicht und leise für die Spinne , verhalten für die Hyäne. Dann beginnt die Geschichte um die Saxofon-kundige Hyäne, die pfeifende Fledermaus, die Ukulele spielende Ratte, die singende Spinne und die stumme Kröte. Die beherrscht dafür eine ganz andere Kunst – sie kann die leckersten Pfannekuchen weit und breit backen. Angesichts all dieser verborgenen Talente entschließen sich die Freunde, gemeinsam eine Pfannkuchen-Imbissbude mit Live-Musik in ihrer Heimstatt unterm Brückenbogen zu eröffnen

Wie es gelingt, die notwendigen Utensilien zu besorgen, wie die Fledermaus die Einladungen verteilt, darüber schweigt des Dichters Höflichkeit. Klar ist jedoch, dass am Abend nur noch die Gäste zu kommen brauchen. Doch die lassen erst einmal auf sich warten. Und so beschließt das Quintett, einfach gemeinsam zu musizieren und zu tafeln. Der fröhliche Lärm ist noch im hintersten Winkel der Gegend zu venehmen, lockt Fuchs und Gans, Igel, Hund, Siebenschläfer, Schwein und Rabe herbei. Ein Auftakt zu vielen wundervollen Nächten. . .

„Schneeflöckchen“ zum Abschied

Nicht nur die Kinder, die mitschnippsten und die Arme wie Fledermausflügel schwangen, auch Musikschul-Leiter Martin Theile hatte sichtlich Spaß an der Freud’. Aus einfachsten Mitteln war eine kleine Bühne geschaffen, Saxofon und Ukulele gehörten ebenso zu den Requisiten wie Lampions und keckes Hütchen. Und so war es kein Wunder, dass die kleinen Zuhörer am Ende des gut 45 Minuten dauernden Angebotes Zugaben einforderten, die aber dem Zeitdruck zum Opfer fielen.

Eine kleine Gruppe Schüler stattete Marion Jeßegus schließlich auf der Orgelempore eine Stippvisite ab. Zum Abschied erklang für sie (passend angesichts des winterlichen Wetters draußen) die Melodie von „Schneeflöckchen, Weißröckchen“.

Claudia Homuth

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