Stadt Altena schiebt Riegel vor Google-Kamera
12.08.2010 | 21:34 Uhr 2010-08-12T21:34:00+0200
Altena.Selbst Burg Holtzbrinck, gut besuchtes Kulturzentrum in Altena, soll nicht bei Google-Street-View im Internet zu sehen sein. Mit ihrer rigorosen Haltung verzichtet die Stadt auf ein zusätzliches Marketing-Instrument. Sie will 26 öffentliche Gebäude für die Google-Kamera sperren.
Wer demnächst also einen virtuellen Spaziergang durch Altena macht, wird am Standort der Bürgerburg, laut städtischer Homepage „neben der Burg Altena der einzige repräsentative Profanbau von kunsthistorischer Bedeutung“, nur einen grauen Schleier finden.
Bislang gibt es bei der Polizei keine Einwände, wenn Google eine Aufnahme von der Altenaer Wache ins Internet stellt. „Auf unserer Homepage ist die Wache schon abgebildet“, so ein Sprecher der Kreispolizeibehörde. Allerdings: Noch hat sich der NRW-Innenminister als oberster Polizei-Dienstherr nicht dazu geäußert.
Um Straßenbilder mit Häusern zu erstellen, ist Google mit Kamera-Autos unterwegs. Schon 2010 sollen Aufnahmen von 20 deutschen Großstädten im Internet stehen.
„Für uns war entscheidend, dass wir im Zweifelsfall die Privatsphäre von abgelichteten Personen schützen“, erklärt Tanja Jäker, im Rathaus Bereichsleiterin Interner Service, das Vorgehen der Stadt. Die hat – wie berichtet – bei Google Street View Einspruch gegen die Veröffentlichung von Fotos sämtlicher öffentlicher Gebäude eingelegt, insgesamt 26. Dazu gehört neben dem Rathaus auch das Bürgerbüro am Markaner – eine Anlaufstelle, an der z.B. Touristen Infomaterial über die Stadt bekommen können.
Verzicht auf zusätzliches Marketing-Instrument
Mit ihrer rigorosen Haltung verzichtet die Stadt Altena bewusst darauf, Google Street View als zusätzliches Marketing-Instrument in eigener Sache zu nutzen. Demgegenüber wirbt sie auf ihrer eigenen Internetseite offensiv u.a. für die Burg Holtzbrinck und verschiedene Stadtführungen – allerdings ohne Fotos von Besuchern. Einer der Slogans dazu lautet: „Altena als ein Stadterlebnis? - Aber sicher!“
Wesentlich zurückhaltender gibt sich der Märkische Kreis, der Eigentümer von Burg Altena ist, beim Thema „Google Street View“: „Es ist noch nicht entschieden, wie wir uns verhalten“, sagt Sprecherin Ursula Erkens. Damit bliebt offen, ob die Kreisverwaltung gegen eine Veröffentlichung eines dreidimensionalen Bildes der Burg bei Google vorgeht. Das Wahrzeichen der Stadt jedenfalls ist Besucher-Ziel Nummer eins in Altena – und wird schon jetzt im Internet vielfach angepriesen.
19:37
wer so doof ist und den weg zur burg unter die erde verlegt muß natürlich gegen street view sein.
aber für überwachungskameras stimmen.
genau so ein blödsinn wie der teuerste parkplatz in nrw, die lenneuferstr.
19:25
Es gilt halt abzuwägen. Aber mit dem Argument es könnte von kriminellen genutzt werden, könnte man auch Handys und Funkgeräte verbieten. Und die Nutzung von Autos ab Einbruch der Dunkelheit auch am besten. Und den Verkauf von Küchenmessern sowieso.
Die Diebe suchen sich ihre lukrativen Objekte auch so. Natürlich würde ich dann auch StreetView nutzen wenn ich Einbrecher wär. Wer macht sich das Leben nicht gern mit moderner Technik leichter. Aber mehr oder weniger Schaden richtet der Einbrecher damit auch nicht an.
18:29
Es geht ja nicht nur darum, dass man gucken kann, wo die Freunde wohnen. Es geht auch darum, dass beispielsweise organisierte Banden aus dem Ausland von dort direkt am PC sich lukrative Objekte, bzw. ganze Straßenzüge und Wohngebiete ansehen könnten, um dann ihre Einbrüche zu organisieren. Street - View könnte somit Straftätern durch ihren Dienst Vorschub leisten. Es ist somit nicht nur ein Segen, sondern eben durch diesen möglichen Missbrauch auch ein Fluch.
21:21
Eine größere Zeitung hat jetzt Leute (egal ob dafür oder dagegen) nach Ihren Gründen gefragt.
Was dabei rauskam hatte ich mir fast gedacht. Fast alle die dagegen waren, hatten eigentlich keine Ahnung worum es geht oder wovon sie sprechen.
Der eine wollte nicht, daß jeder sieht ob und wann er zu hause ist, der nächste wollte nicht beim Sonnenbaden im Garten beobachtet werden, etc. Der Rest waren welche die aus grundsätzlicher Überzeugung dagegen waren (geht keinen was an braucht keiner wissen wie mein haus aussieht etc) oder so Sachen wie ich mag google nicht
18:40
P.S. Google denkt darüber nach 20 ausgewählte Städte mit in Street View aufzuhehmen! Und ich denke es gibt hunderte andere Städte die den Vorzug bekommen werden! Hamburg, München, Berlin.....
18:35
Es zeugt schon von einem profunden Marketingwissen, dass ein kostenloses und weltweites Marketinginstrument ignoriert und diffamiert wird! Und das zu einem angeblichen Schutz der Bürgerrechte! Aber so kennt man es nicht anders in Altena, jeder noch so kleine Funken Hoffnung das endlich Touristen in die Stadt kommen wird direkt vom Rathaus im Keime erstickt! Gut so, denn immerhin will man augenscheinlich ja auch nichts dringender als die Einwohnerzahl endlich so weit runter zu bekommen das die Sadt dann endlich mit zu Lüdenscheid gehört und dieser ganze ach so unnütze Verwaltungsapparat endlich nicht mehr in der Verantwortlichkeit der Stadt Altena liegt!
So werden wir wohl unseren lieben Bürgermeister bald in Düsseldorf oder Berlin sehen! Denn das ist vermutlich sein einziges Ziel! Das Krankenhaus schließen und Altena schön im Dunst verschwinden lassen! Außerdem; wer will schon Fremde in seiner Stadt?! Und an alle die Angst haben ihr Haus könnte Ziel von Einbrüchen werden! Dafür braucht man Google Street View nicht, denn eine Inventarliste Ihrer Habseligkeiten wird dort nicht aufgestellt! Dazu braucht es schon wie in den guten alten Zeiten die Mundpropaganda und eine ordentliche Beschattung! Es hat auchnichts mit Datenschutz zu tun wenn öffentliche Gebäude abfotografiert werden! Heutzutage ist es auch üblich das Medium Internet zu nutzen um Informationen über sein nächstes Reiseziel zu bekommen! Und seien wir mal ehrlich sooo viele Atraktionen hat Altena nun auch nicht, da sollte man eventuell überlegen diese einigen wenigen doch der Welt zugänglich zu machen und nicht gleich alles Neue zu verteufeln!
23:03
So ein Schwachsinn, die Altenaer Politiker aus der Pleitestadt sollten sich lieber mit wichtigen Sachen beschäftigen.
Kein Wunder, dass bei solchen Politikern die Einwohnerzahl immer weiter sinkt.
19:49
Das Problem ist die Leute die den Mist angezettelt haben, brauchten Dafür alle keine Mühe, Geld und Risiko in die Hand nehmen und die Presse springt irgendwie darauf ein und macht aus StreetView seit Monaten einen nicht vorhandenen Skandal, nur weil sich ein paar Spezialisten profilieren wollen.
Ich hoffe es findet sich bald jemand der die nötigen Kontakte und Mittel hat und mal Medienwirksam versucht sein Haus aus dem Stadtplan, von Satellitenbildern und aus Navigationssystemen zu löschen.
Das ist ja nicht hinnehmbar, das Einbrecher mein Haus nicht suchen müssen sondern sich vom Navi auf ein paar Meter genau dorthin führen lassen.
Ich vermute inzwischen, daß es in Altena schon seit Jahren kaum noch Postkarten zu kaufen gibt, muss mit dem gleichen Problem zusammenhängen.
19:45
Mir ist da grad was eingefallen... und ich glaube ich habe einen handfesten Skandal und Fall für die Presse aufgedeckt. Dagegen ist Google Kinderkram. Muss wohlmöglich sogar der Bürgermeister zurücktreten und wir bekommen Zustände wie in Duisburg?
Die Stadt betreibt schon seit geraumer Zeit ihr eigenes StreetView! Auf der Homepage sind die Schulwege mit Fotos dokumentiert. Zu meinem Entsetzen sind dort keinerlei Häuser, Autos und Personen verpixelt. Auch wurde offenbar vorher niemand gefragt (Ich kann mich zumindest nicht an monatelange Beschwerden in der Presse durch die Anwohner erinnern.)
Das ist doch Schlimm deß Kinderschndern hier ein Werkzeug gegeben wird mit denen sie ihre Tatorte im Vorfeld ausspionieren können.
Hilfe! Wo sind die Datenschutzbeuftragten, die Verbraucherministerin, die Familienministerin und die restlichen Experten? Und vorallem die aufgebrachten Eigentümer die ohne ihr Wissen hier aufs übelste ihren Datenschutzrechten beraubt wurden?
Hier der Link (Ich hoffe ich lande jetzt nicht selbst im Knast):
http://www.altena.de/Sicherer-Schulweg.624.0.html
18:56
@Kopper:
Klare Kante. Kann man aber noch toppen:
Also ich fordere sofort ein Gebot, daß sofort verboten wird, alles sofort zu verbieten, was man nicht sofort verstanden hat.
Ein wenig Nachdenken soll manchmal Wunder wirken. Oder mal ne Nacht drüber schlafen.