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Schulstreit geht in neue Runde

19.01.2012 | 18:25 Uhr
Schulstreit geht in neue Runde
Die Realschule Werdohl will in Altena um Schüler werben.

Altena/Werdohl.Heute wird der Leiter der neuen interkommunalen Sekundarschule für Altena und Nachrodt-Wiblingwerde vorgestellt. Parallel zu dieser Personalie gibt es aus Werdohl Gegenwind für die neue Schule, die der künftige Leiter aufbauen soll.

Denn viele Altenaer haben heute Post von der Realschule in Werdohl bekommen. Per Flyer macht sie auf ihren Grundschultag am 4. Februar aufmerksam. Dabei will sich die Realschule Viertklässlern und deren Eltern empfehlen. Knackpunkt: Die Werbung zielt exakt auf die Klientel, um die auch die Sekundarschule wirbt. Und damit die starten kann, müssen sich Mitte Februar mindestens 75 Kinder anmelden.

Insgesamt 15 000 Flyer hat die Realschule Werdohl in Altena, Neuenrade und Werdohl verschickt. Ihr Förderverein stellte für diese ungewöhnliche Werbemaßnahme 2000 Euro zur Verfügung.

Wettbewerbum Kinder

Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein reagierte gelassen auf die Flyer-Aktion. Er warb erneut für die geplante interkommunale Sekundarschule. „Wer ein Realschul-fähiges Kind hat, für den ist die Sekundarschule das bessere Angebot“, sagte er gestern. Es gebe halt einen Wettbewerb um Schüler. Und in zehn Jahren werde jeder sehen, dass Altena das bessere Schulkonzept habe, als Werdohl.

Die schulpolitische Rivalität zwischen Altena und Werdohl im Zusammenhang mit der Sekundarschule hat eine Vorgeschichte: Bereits im November hatte es aus Werdohl Vorbehalte gegen die neue Schulform gegeben. Vom anfänglichen Vorhaben, die Sekundarschule zu verhindern, machte die Werdohler Kommunalpolitik aber am Ende einen Rückzieher.

Ab dem kommenden Schuljahr sollen die Altenaer Richard-Schirrmann-Realschule, die Hauptschule Rahmede und die Hauptschule Nachrodt zugunsten der neuen Sekundarschule auslaufen. Gibt es für die Sekundarschule jedoch weniger als die erforderlichen 75 Anmeldungen, laufen die beiden Hauptschulen in Altena und Nachrodt sowie die Realschule in Altena normal weiter. In diesem Fall wird für sie ein eigenes Anmeldeverfahren eingeleitet.

Thomas Urban

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