Religion im Alltag der Frauen
20.11.2007 | 18:05 Uhr 2007-11-20T18:05:00+0100Altena. Zu ihrem zweiten Gesprächskreis hatte die „Arbeitsgemeinschaft Dialog” in die Stadtbücherei Altena eingeladen.
Vertreterinnen der evangelischen, katholischen und islamischen Gemeinde befassten sich hat mit dem Thema „Religion verstehen - Religion im Alltag der Frauen”.
Unter der Gesprächleitung von Dr. Mechthild Herberhold vom Förderverein der Stadtbücherei, entwickelte sich eine lebhafte und engagierte Diskussion. Gemeinsam begaben sich Gäste und Gastgeber auf die spannende Suche nach den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten der Religionen. Unvermeidlich war das Thema der Kopftuch tragenden Musliminnen. Sehr engagiert und selbstbewusst versuchten die Vertreterinnen der Islamischen Gemeinde ihren Standpunkt in dieser umstrittenen Frage klar zu machen. „Wir tragen das Kopftuch aus Überzeugung. Nicht weil unsere Männer uns dazu zwingen”, sagten sie deutlich. Im Koran stehe, dass es eine Sünde sei, kein Kopftuch zu tragen. Ein weiters Thema behandelte die Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran. Eine davon sei die Geschichte von Adam und Eva. „Wir alle stammen von Adam und Eva ab. Und deshalb sind wir alle Brüder und Schwestern”, stellte Sebile Topcu heraus. Ob aber nun in der Bibel oder im Koran „Gottes Originaltext” niedergelegt wurde, konnte am Montag nicht geklärt werden. Das ist und bleibt sicher eine Glaubensfrage. Bedauert wurde allgemein, dass es in christlich orientierten Familien kaum noch üblich sei, den Kindern den Glauben näher zu bringen. Oft hörten sie zum ersten Mal in der Grundschule von den biblischen Geschichten, berichtete Cornelia Langenbach, ehemalige Grundschullehrerin, von der Katholischen Gemeinde. Nach einer regen Diskussion war das Resümee dieses Dialogs positiv. Der Wunsch, sich gegenseitig besser kennen zu lernen, wurde von allen Frauen geäußert. Man müsse nicht in allen Punkten gleich sein, hieß es. Wichtig sei, dass man sich respektiere und jeder so sein dürfe, wie er sei. Mechthild Herberhold kündigte an, dass die Veranstalter, zu denen die Kolpingsfamilie, evangelische und katholische Kirchengemeinde, die islamische Gemeinde und die Stadtbücherei gehören, auch im nächsten Jahr wieder zu einem Dialog einladen werde.
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