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Zwangsversteigerung

Kein Interesse an Sirius-Immobilie

18.02.2010 | 05:23 Uhr

Altena. Das Ticken der Wanduhr in Zimmer 116 des Amtsgerichtes Altena lieferte gestern zum großen Teil die akustische Untermalung der angesetzten Zwangsversteigerung. Das Objekt: die Immobilie Linscheider Bach 2.

Exakt um 10.39 Uhr, nach halbstündiger Versteigerungszeit, stand fest, dass das Gebäude des ehemaligen Therapiezentrums des Sirius e.V. und seine Umlage abermals keinen Käufer gefunden hatte.

Skandalträchtige

Geschichte

Rechtspflegerin Julia Siegler und Saskia Rehberg, die als Vertreterin der Bank für Sozialwirtschaft Köln seitens der Gläubiger erschienen war, warteten vergebens auf Interessenten. Ebenso wenig anwesend: Vertreter der Stadt Altena, die als zweite Gläubigerin auftrat.

Bereits Anfang des vergangenen Jahres fand sich im Rahmen der ersten Zwangsversteigerung kein Käufer. Ein weiterer Termin, der für den Oktober 2009 einberufen war, wurde kurzfristig ausgesetzt, so dass die gestrige Versteigerung den zweiten Versuch darstellte, die Immobilie mit dem Verkehrswert von 668 000 Euro an den Mann zu bringen.

Das 1957 erbaute Gebäude der Immobile (3484 Quadratmeter, davon eine Nutzfläche von rund 2013 Quadratmetern) wurde bis 1993 als Jugendherberge genutzt und dann an den Verein Sirius verkauft, der dort ein Therapiezentrum für Suchtkranke betrieb. Seit Sommer 2005 häuften sich die Skandale um die Zustände in der Einrichtung. Pflegepersonal wurde abgebaut, Gehälter nicht gezahlt und letztlich sorgte 2006 ein Massenrückfall von Patienten für einen Großeinsatz der Ordnungskräfte, die alamiert wurden, nachdem ein Saufgelage der Patienten eskalierte.

Danach blieb das Therapiezentrum leer und knapp einen Monat später folgte der Antrag des Vereinsvorsitzenden auf Insolvenz. Der Geschäftsführer von Sirius musste sich wegen Veruntreuung vor Gericht verantworten.

Da der Leerstand der seit 2007 beschlagnahmten Immobilie nach dem gestrigen Versteigerungstermin weiterhin bestehen bleibt, wurde seitens eines mündlichen Antrages der Kölner Bank für Sozialwirtschaft das Verfahren einstweilig nun eingestellt.

Fabian Paffendorf

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