Hauptsache Wohnen und Sport
11.08.2009 | 15:43 Uhr 2009-08-11T15:43:00+0200
Aus der Luft werden erst die Ausmaße von Altenas Sportzentrum am Pragpaul sichtbar: Reinecke-Stadion, Sauerlandhalle und Leichtathletik-Anlage nehmen mitsamt Nebengelände dieselbe Fläche wie der Wohnbereich am Pragpaul ein. Ansonsten gibt es im Wahlbezirk 2 so gut wie keine Infrastruktur mehr.
Altena. Der Wahlbezirk 2 reicht vom Pragpaul, vorbei am Sportzentrum und über die Lenne bis in den Tiergarten. Viel mehr als Wohnen und Sport treiben kann man dort nicht. In der Verteidigung: Thomas Steinigeweg, Jurist, Ratsherr der CDU. Im Angriff als prominentester Gegner: Stephan Förste von der Links-Partei.
Im oberen Teil des Bezirks, am Tiergarten, gibt es gut wie keine Infrastruktur mehr, abgesehen von der orthodoxen Kirche und einem Briefkasten. Der Pragpaul ist immer noch gut für Rekordjagden: Mit Kunstrasen-Platz, Dreifach-Turnhalle und Leichathtletik-Anlage sowie Tennis- und Motorsportler-Heim spielt sich dort ein Großteil des Altenaer Sportgeschehens ab. Entsprechend viel Geld muss die Stadt ausgeben für Rekorde und Fitness. Gleichzeitig wird deutlich: Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger würde vieles nicht funktionieen. Abgesehen vom Sportangebot krankt der untere Bezirk an der fehlenden Infrastruktur.
Thomas Steinigeweg hatte den Bezirk erst vor fünf Jahren erobert. Die anderen Teams wechselten ihre Spieler immer wieder. Aber es handelt sich nun keineswegs um Unbekannte.
Interessantes könnte sich vor allem in der linken Spielfeldhälfte tun. Am Tiergarten bekamen die Sozialdemokraten noch nie ein Bein an den Boden. Demgegenüber wählte der Pragpaul bis zur letzten Wahl eigentlich tief rot. Dafür sorgte der IG-Metall-Sekretär und spätere Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft im Bezirk Iserlohn/Werdohl, Peter Kürschner. Übrigens der Vater des Bürgermeister-Kandidaten Kay Kürschner.
Nach ihm kam Professorin Daniela Braun. Sie rückte trotz 29-%-Schlappe über die SPD-Reserveliste in den Rat, gab der SPD aber im Laufe der Legislaturperiode den Laufpass. Nun rückt der 38-jährige Matthias Bergfeld auf – zumindest in die Kandatenliste. Seit zwei Jahren gehört er zur SPD.
Auf ihm wird Druck von allen Seiten lasten, besonders von ganz links: Stephan Förste gehörte einst zur SPD. Der Gewerkschafter und DGB-Ortskartell-Vorsitzende spielt außerdem „im Hintergrund" beim VfB Altena. Offiziell gibt er nur ein Gastspiel bei den Linken, in dessen Kandidatenliste er als „Parteiloser" aufgeführt wird.
Für die Grünen tritt Monika Hojda an. Vor fünf Jahren blieben für ihre Partei magere knapp 6 Prozent übrig. Die FDP bietet mit Friedrich-Wilhelm Kilsch ebenfalls einen ehemaligen SPD-Kandiaten auf. Für ihn gilt es, am zuletzt guten Ergebnis von 11 Prozent anzuknüpfen.
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