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Griffel und Tafel schulen die Motorik

02.09.2007 | 15:10 Uhr

Altena. Es quietscht leise. Irgendwie kennt man das Geräusch, und nach Sekunden fällt einem ein, was man vor Jahrzehnten das letzte Mal wahrgenommen hat: Griffel gleiten über Schiefertafeln.

Der Unterricht, in dem die nostalgischen Werkzeuge zum Einsatz kommen, findet für die Klasse 1c in der Schule Mühlendorf statt. Klassenlehrer Edmund Lasarzik nimmt im Schuljahr 2007/08 Zugriff auf die alte Methode. Seine ABC-Schützen mühen sich redlich, ordentliche Reihen von gleichen Buchstaben auf das Gestein zu malen, das früher jeder Schulanfänger kannte und das heute noch Hausdächer deckt.

Probleme seiner Schützlinge beim Gebrauch ihrer Finger machten dem Pädagogen schon immer Sorgen. Berichte von Kollegen aus der neuesten Fachliteratur, die für die Schiefertafel sprachen, ließen ihn handeln. Ein Verlag in den neuen Bundesländern hatte das altmodische Medium vorrätig. Nach Absprache mit den Eltern bekamen die Kinder die Schreibtafeln.

"Die Kinder müssen sich mühen, ihre Übungen mit Fingerspitzengefühl zu absolvieren. Der Widerstand der harten Tafel zwingt sie zu einer genauen Führung des Griffels. Das wiederum schult die Motorik und fördert die Konzentration", so der Lehrer. Die erworbene Fingerfertigkeit kommt der Intelligenz zugute. Zu schmieren und zu krakeln ist nicht möglich. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei und üben angestrengt ihre Buchstaben. Geht es mal schief, können sie auswischen und wiederholen. Zur Motorikschulung kommt ein anderer Effekt: Ist die Übung vollendet und hat der Lehrer sie begutachtet, kann man sie auswischen. Die Tafel ist sauber und bereit für Neues. Das spart Papier. Schmuddelige und radierte Seiten entstehen erst gar nicht.

Nach den Herbstferien allerdings soll die Tafelzeit enden. Wenn die Grundlagen für das Schreiben erarbeitet sind, üben die Kinder in Heften weiter. Das erlernte Fingerspitzengefühl soll in Zukunft weiter dienlich sein. Können die Schüler erst einmal formulieren, kommen Computer zum Einsatz. Rechner stehen gleich mehrfach im Klassenraum bereit.

Von Rudi Rust

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