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Schlichter

Für jeden Streit eine Lösung parat

14.04.2010 | 22:49 Uhr
Für jeden Streit eine Lösung parat

Altena.Ein Schüler leiht seinen Füller an einen Mitschüler aus. Als er das Schreibgerät zurück bekommt, ist es kaputt. Was nun? Muss der Verursacher des Schadens den Füller voll ersetzen? Oder trägt der Füller-Besitzer vielleicht eine Mitschuld an dem Malheur? An der Hauptschule Rahmede ist das ein typischer Fall für einen Streitschlichter – also für einen Schüler, der bei der Suche nach einer gütlichen Einigung vermittelt.

Andre Krämer aus der Klasse 10 ist einer dieser Streitschlichter an der Hauptschule: „Man darf sich nicht auf eine Seite ziehen lassen“, erklärt er seine Aufgabe. Gestern Mittag gehörte er zu den Hauptschülern, die in der Mensa mit ihren Streitschlichter-Kollegen von der Richard-Schirrmann-Realschule zusammen saßen – zum nützlichen Erfahrungsaustausch. Ein Ergebnis: Was der beschädigte oder sogar gestohlene Füller an der Hauptschule ist, ist die Beleidigung bis hin zur handfesten Rangelei an der Realschule – der klassische Fall aus dem Alltag des Streitschlichters an der jeweiligen Schule. „Es kommt sogar vor, dass jüngere Schüler einen Älteren angehen“, berichtet Isabell Schapendonk aus der Klasse 10 der Schirrmann-Realschule.

Schwierige Fälle muss der Lehrer übernehmen

An beiden Schulen gibt es einen Raum für die Streitschlichter. Darin sitzen sie zusammen an einem Tisch mit solchen Schülern, die sich in die Haare geraten sind und an die Schlichter gewandt haben. Im offenen Gespräch gilt es, eine Lösung zu finden.

Wie kann man an der Schule für die Streitschlichter werben, also dieses Hilfsangebot zur Konfliktlösung publik machen? Auch darum ging es beim schulübergreifenden Schlichter-Treffen. Es gab viele Vorschläge mit Slogans für mögliche Plakate, so zum Beispiel „Ist der Streit noch so fatal – wir helfen dir verbal“ oder „Streitest du noch oder verträgst du dich schon?“

Streitschlichter haben einen schwierigen Job. Denn nicht immer wollen sich streitende Schüler auf die Schlichter einlassen. „Wenn wir keine Lösung finden, wird die Sache ein Fall für den Lehrer“, beschreibt Andre Krämer das übliche Prozedere.

Bei allen Schwierigkeiten in der Praxis – auch die schlichtenden Schüler haben einen Nutzen davon: „Man lernt dadurch, besser mit Streit umzugehen“, sagt Isabell Schapendonk, „davon wird man später profitieren.“

Thomas Urban

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