Finanzielle Situation wird besorgniserregend
30.09.2009 | 17:24 Uhr 2009-09-30T17:24:00+0200In Anbetracht der Vorgänge der letzten Wochen sehen sich das Bistum Essen, die Pfarrgemeinde St. Matthäus und die Hospitalvereinigung St. Marien (HSM) aus Köln veranlasst, einige generelle Erklärungen zum St. Vinzenz-Krankenhaus Altena in seiner aktuellen Situation abzugeben.
Im Folgenden der Brief in Auszügen:
„Im Zuge der Ereignisse rund um die nicht mehr fortgesetzte Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung sprachen das Bistum Essen und die Kirchengemeinde die HSM an, ob diese bereit wäre, den zuvor unrechtmäßig gekündigten Managementvertrag wieder aufleben zu lassen. Dies wurde seitens der HSM bestätigt.
Keine zeitnahe
Umstrukturierung
Die wirtschaftliche Situation des St. Vinzenz-Krankenhauses ist zumindest perspektivisch besorgniserregend. Das liegt vor allem an dem System der deutschen Krankenhausfinanzierung, dem sogenannten DRG-System, das in den Jahren 2003/2004 eingeführt wurde. Vor Einführung des DRGSystems hatte jedes Krankenhaus in Deutschland ein individuelles Budget, das mit den Krankenkassen jährlich auszuhandeln war. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte auf die hausindividuelle Kostenstruktur Rücksicht genommen werden. Ziel der Einführung des DRG-Systems durch den
Gesetzgeber war es, für vergleichbare Leistungen auch gleiche Preise einzuführen, unabhängig von Hausgröße, Lage etc. Damit es die Häuser, die zuvor eine höhere Kostenstruktur hatten, nicht zu hart
und plötzlich trifft, wurde eine Konvergenzphase von zunächst fünf, später sechs Jahren beschlossen, in der alle Häuser allmählich an ein landesweites Preisniveau angeglichen werden. Diese Konvergenzphase ist 2010 beendet. Das St. Vinzenz-Krankenhaus Altena hatte seit jeher ein stark
überdurchschnittliches Budget, welches daher nach der Logik des DRG-Systems sukzessive abgesenkt wird. Die genaue Arithmetik des DRG-Systems bewirkt, dass der größte Teil der Budgetabsenkung beim St. Vinzenz-Krankenhaus Altena erst in 2010 stattfindet; dies wird Erlösverluste in Höhe von ca. 10% des Gesamtbudgets ausmachen. Diese Entwicklung macht die Handlungsnotwendigkeit deutlich.
Da die Jahresergebnisse in der Vergangenheit meist ausgeglichen, in den letzten zwei Jahren leicht negativ waren, würde das einen Jahresverlust von über einer Millionen Euro ab dem Jahr 2010 ausmachen, wenn sich nichts ändern würde. Das Resultat ist, dass nun – drei Monate vor dem Eintreten der hohen Verluste ab dem 1.1.2010 – keine zeitnahe Umsetzung einer Umstrukturierung mehr möglich ist. Damit müssen temporär Verluste in Kauf genommen werden. Die Reserven reichen jedoch nicht aus, diesen Zustand allzu lange hinzunehmen. Eine Umstrukturierung des Krankenhauses ist aus den dargelegten Gründen unvermeidlich. Ziel des Trägers und der neuen Geschäftsführung ist es, ein Konzept zu entwickeln, das einerseits wirtschaftlich tragbar ist und andererseits einen möglichst hohen Akutkrankenhauscharakter für die Bevölkerung in Altena bewahrt.
Aussagen klingen
wie Drohung
Wir halten es für fair, keine weiteren Einzelheiten zum Ausscheiden der bisherigen Geschäftsführung zu benennen, auch wenn wir Verständnis für das große Interesse der Öffentlichkeit und der Medien haben. Es ist ebenso verständlich, dass die getroffenen Aussagen bezüglich der weiteren Kooperation zwischen dem Krankenhaus Plettenberg und den Partnern in Altena und Wuppertal wie eine Drohung aussehen können. Es stellt aber den Normalfall dar, nicht weiter mit begründet ausgeschiedenen Personen zusammenzuarbeiten, und ist in diesem Sinne nur konsequent. An einer weiteren Kooperation der St. Vinzenz Altena GmbH mit dem Krankenhaus Plettenberg sowie der Lennetz GmbH sind wir sehr interessiert. Zum Erhalt des St. Vinzenz Krankenhauses wird es aber struktureller Änderungen bedürfen. Wie weit diese gehen werden, ist heute noch nicht absehbar.”
18:58
Basisfallwert ist doch Kosten geteilt durch Patienten (mit deren in Kosten bewerteten Krankheiten) ? Was sollen wir da mit unseren 20 tausend Einwohnern machen? Wir sind nicht so viele und wir werden zum Glück auch nicht mehr krank als Andere ! In Großstädten ist ein solches Haus wahrscheinlich für über 60 tausend Einwohner zuständig. Da hatten wir Glück, daß wir ein so gutes Haus so lange am Ort halten konnten. Das war sicher kein Fehler des alten Aufischtsrates, sondern offensichtlich geschicktes Taktieren! Eine Kriegskasse für Umstrukturierung soll es geben ?! Dann hoffen (und beten?) wir jetzt für die richtigen Taten !
18:19
jetzt sind Tatsachen auf dem Tisch, die vorher noch nicht allen Lesern bekannt und klar waren.
Fachleute wissen, dass andere kleine Krankenhäuser in der Umgebung durch einen deutlich niedrigeren Basisfallwert die letzten Jahre noch knapper wirtschaften mussten als Altena, Altena hatte den höchsten Wert der umliegenden Krankenhäuser;bei einem einheitlichen Basisfallwert für ganz NRW ab dem kommenden Jahr wird es für Altena verdammt schwer
Vielleicht sollten sich die Experten dazu mal äußern!
Basisfallwerte gibt es öffentlich zu googlen.
Basisfallwert, AOK, da nach Kranenkhäusern in Westfalen-Lippe suchen und sich selbst eine Meinung bilden.
Der Landesbasisfallwert von NRW lag 2008 im Durchschnitt bie 2750 Euro. Dieser Wert wird sicherlich nicht an den Basisfallwert von Altena nach oben angeglichen.
14:45
Es wird zumindest offensichtlich, daß der Pfarrer und der alte Aufsichtsrat nicht miteinander gesprochen haben ?! Warum, wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Der Letzte Absatz von Kommentar 3 ist völlig richtig!
12:12
Der Kommentar von F.Ri. ist nicht ganz richtig.
Bereits Wochen vorher war eine Kirchenvorstandssitzung anberaumt. Der Termin für die Aufsichtsratssitzung wurde erst wesentlich später festgelegt und zwar auf den gleichen Termin. Da würde ich jetzt mal absichtliches Verhalten oder eine bewusste Provokation unterstellen. Man hätte den Termin ja auch auf den Folgetag oder einen anderen Termin legen können. Diese Fassung wurde übrigens aus späteren Artikeln und Leserbriefen in der Zeitung ersichtlich.
Dem Pfarrer hier ein Intrigenspiel vorzuwerfen finde ich nicht richtig. Bislang lag das Wohl des Krankenhauses jedem Pfarrer am Herzen und die Panikmache mit evtl. Schließungspläne ist u.a. erst durch das Eingreifen von Herrn Dr. Balbach entstanden, der die Sache meiner Meinung nach noch zusätzlich aufgebauscht hat.
Ich würde es ganz gut finden, wenn nun nach der ja deutlichen Stellungnahme des Bistums etc. ein wenig Ruhe einkehrt und die gegenseitigen Vorwürfe aufhören. Wichtig ist doch letztendlich, dass das Krankenhaus den Altenaern erhalten bleibt und die neue Geschäftsführung in Zukunft gute Arbeit leistet.
10:12
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19:24
unrechtmäßig gekündigt ? Es wurde doch berichtet, daß der Pfarrer durch sein absichtliches Nichterscheinen zur entscheidenden Sitzung diesen Zustand überhaupt erst verursacht hat. Warum sonst trat der alte Aufsichtsrat zurück ? Der Pfarrer muß aufpassen, daß man sein Intrigenspiel nicht von dieser Seite würdigt! Er hat damit gestandene Altenaer Bürger schwer beleidigt!
Die Offenheit der neuen Geschäftsführung ist gut - es wird schwer, aber wir haben in Altena ja schon andere Dinge, wie diesen Beske, gemeistert!