Durststrecke für Hausbau hält an
02.09.2010 | 17:32 Uhr 2010-09-02T17:32:00+0200
Altena. Ein Mann soll ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen, sagt ein Sprichwort. Doch zumindest bei Erstgenanntem tun sich die Herren der Schöpfung derzeit sehr schwer.
„Der Verkauf von Grundstücken läuft momentan so gut wie gar nicht“, berichtet Uwe Krischer vom Fachbereich Wirtschaftsförderung und Immobilien der Stadt Altena.
Etwa 40 Baugrundstücke zwischen 430 und 850 Quadratmetern Größe bietet die Kommune auf dem Nettenscheid an, weitere zwölf städtische Flächen von 426 bis 784 Quadratmetern stehen am Rimberg in Evingsen zum Verkauf. Und obwohl sich die Preise mit 110 bis 120 Euro im kreisweiten Vergleich im unteren Bereich befinden, tendiert die Nachfrage fast gegen Null: Ein einziges Grundstück fand in diesem Jahr einen Abnehmer. Mehr nicht.
Der Knick nach unten
kam im Jahre 2006
Noch vor wenigen Jahren sei der Verkauf deutlich besser gelaufen, erinnert sich Krischer: „Bis einschließlich 2005 wurden normalerweise zwischen vier und zehn Grundstücke pro Jahr verkauft.“
Doch dann kam der Knick: „Seit 2006 gibt es nur noch ganz vereinzelt Nachfragen“, so seine Erfahrung. Damit stehe Altena aber nicht allein da, erläutert der städtische Immobilien-Experte – in den Nachbar-Kommunen sei ebenfalls ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
Allerdings bestätigt die Ausnahme auch in diesem Fall die Regel: In Wiblingwerde fanden die meisten Grundstücke Am Niggenhuser Hof einen Käufer, und auch Über dem Dorfe wird fleißig gebaut.
Doch woran liegt’s, dass sich die Nachfrage ansonsten in bescheidenen Grenzen hält? „Der Wegfall der öffentlichen Mittel mag den einen oder anderen Interessenten abgestoßen haben“, vermutet Uwe Krischer. Vor allem, wenn die Finanzierung des eigenen Häuschens schon im Vorfeld knapp berechnet gewesen sei, habe die fehlende Förderung zu einem Rückzieher geführt. Zudem gehe der Trend heute verstärkt zur Gebrauchtimmobilie: „Erst wird das Haus gekauft und dann häppchenweise umgebaut.“
Am Baulandpreis in Altena kann es indes nicht liegen, dass die Stadt kaum noch Flächen verkauft – mit rund 100 Euro ist der erschlossene Quadratmeter in guter Lage hier fast ein Schnäppchen.
In Lüdenscheid werden 170 Euro, in Iserlohn 190 Euro, in Hagen 250 Euro und in Dortmund sogar 350 Euro verlangt. Wie in der Wirtschaft üblich, regeln auch hier Angebot und Nachfrage den Preis. Dabei gilt der Grundsatz: Je besser Lage, Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten sowie kulturelles und sportliches Angebot, desto teurer.
Schnäppchenpreise
in der Burgstadt
Auch Immobilienmakler Dan Ossenberg-Engels verkauft kaum Grundstücke in der Burgstadt; das hat allerdings eine andere Ursache: „Außer den städtischen Flächen gibt es hier ja kaum noch Baugrundstücke“, sagt er.
Ein einziges bietet er schon seit geraumer Zeit feil – und wird es nicht los. Anders als in Neuenrade: „Da lief der Verkauf zuletzt gut“, berichtet der Geschäftsmann.
01:21
Wenn mann einen neuen haus baut solte mann geleich einen Treppenlift mit ein bauen lassen