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Serbisch-orthodoxe...

Die Tradition zählt, nicht der Kommerz

07.01.2010 | 11:00 Uhr

Altena. Eine schöne Erinnerung an das Weihnachtsfest 2010 konnten die Mitglieder der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde am Mittwoch mit nach Hause nehmen: Der Kirchenvorstand hatte für alle erwachsenen Gäste eine CD mit Weihnachtsliedern vorbereitet, die Kinder bekamen eine Tüte mit Süßigkeiten.

Das ist ungewöhnlich, denn die Bescherung fällt in serbisch-orthodoxen Kirchengemeinden in der Regel klein aus oder findet gar nicht erst statt, denn die Geburt Christi steht absolut im Mittelpunkt. „Für uns ist Weihnachten kein kommerzielles Fest”, erklärt Alexandar Andelkovic, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Im Mittelpunkt steht die Tradition. Die sieht so aus, dass Gläubige aus dem großen Einzugsgebiet der Altenaer Gemeinde anreisen, dem Heiligabendgottesdienst von Priester Mihajlo Stojicic lauschen und anschließend ein getrocknetes Bündel Eichenzweige mit Heim nehmen.

Das Bündel geweihter Zweige, das Mihajlo Stojicic im vergangenen Jahr austeilte, bringen die Gläubigen wieder mit. Es landet im Feuer, das jedes Jahr im Hof der ehemaligen katholischen Kirche am Tiergarten gezündet wird. Darin landet auch der festlich geschmückte Eichenbaum, der mit bunten Luftschlangen verziert ist. Am Feuer werden Schnittchen gereicht und heißer Slivovitz – der wärmt von Innen und tut bei den Minusgraden, die zum Weihnachtsfest meist herrschen.

Das Feuer soll aber nicht nur die Gläubigen wärmen, sondern an die Feuerstätte im Stall von Bethlehem erinnern, die einst das heilige Paar und sein neugeborenes Kind wärmte. Ist das Feuer verloschen, gehen die Christen wieder heim und verbringen den Rest des Abends in besinnlicher Runde mit ihren Familien. Manche kochen auch ein leckeres Festessen.

Die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde richtet ihr Kirchenjahr nach dem gregorianischen Kalender, weshalb es zur Festverschiebung um 13 Tage gegenüber dem julianischen Kalender kommt. Entsprechend verschoben ist auch das Neujahrsfest: Die Gemeindemitglieder feiern am 16. Januar um 20 Uhr im Haus Lennestein ins neue Jahr. Eine seltene Überschneidung findet 2010 bezüglich des Osterfestes statt: Das können alle Christen, die sich entweder nach dem julianischen oder dem gregorianischen Kalender richten, im April gemeinsam feiern.

Ina Hornemann

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