Die geistlichen Saiten des Barock
06.06.2011 | 18:10 Uhr 2011-06-06T18:10:00+0200
Altena.Wenn das Kammerorchester der VHS und der Altenaer Kolpingchor gemeinsam musizieren, dann ist das immer ein besonderes künstlerisches Ereignis. Zwar kamen zur Sommerabendmusik am Sonntag in die Evangelische Kirche im Mühlendorf nur 30 Zuhörer. Die jedoch nahmen jeden Ton, der von den Instrumenten der Musiker kam oder über die Lippen der Sänger strömte, mit Andacht und Innigkeit auf.
Schon einzeln können das Kammerorchester und der Chor, die beide unter der Leitung von Sebastian Hoffmann stehen, ihre Zuhörer im besonderen Maße erfreuen. Doch wenn beide Klangkörper gemeinsam musizieren, wie am Sonntag bei einigen Stücken geschehen, wissen sie durch den Gleichklang von Spiel und Gesang ihr Publikum noch mehr zu begeistern. Ein Ergebnis, das der musikalische Leiter Sebastian Hoffmann auf seine Fahne schreiben darf.
Voller Klang trotz
kleiner Sängerschar
Zu welchem vollen Klang der Stimmen auch eine kleine Gruppe fähig ist – bei der Sommerabendmusik standen dem Chor nur neun Mitglieder zur Verfügung – beweisen die Kolpingsänger immer aufs Neue. Die Männer scheuen auch neue Herausforderungen nicht. Am Sonntag sangen sie sowohl in Deutsch wie in lateinischer und russischer Sprache. Meinte am Ende eine Zuhörerin, die den Chor zum ersten Mal hörte: „Ich war stark beeindruckt.“
Das Programm war dem Aufführungsort gemäß auf geistliche Musik aus dem Zeitalter des Barock ausgerichtet. So sang der Chor „Tebe poem“ aus der orthodoxen Liturgie von Bortnianskij, „Hebe deine Augen auf“ aus dem Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartoldy und „Da pacem Domino“ von Gounod. Gemeinsam mit dem Kammerorchester sang der Kolpingchor zwei Stücke aus der Deutschen Messe von Michael Haydn „Zum Sanctus“ und „Zur Wandlung“. Diese Fassung für Männerchor und Streicher hatte Sebastian Hoffmann eigens für die Aufführung am Sonntag bearbeitet.
Die Musiker begannen das Konzert mit einer Sonate von Johann Friedrich Fasch, einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach. Es folgten eine Chaconne von Henry Purcel und als krönender Abschluss das „Concert in a-moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo“ von Antonio Vivaldi. Die Solo-Violinen spielten Sebastian Hoffmann und Robert Amelung. Weitere Solisten an dem Abend waren Herbert Gebker (Contino) und Miriam Gebker (Violincello).
Auch die Zuhörer hatten beim Choral „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ Gelegenheit zum Mitsingen: Die einzelnen Strophen wurden durch Zwischenspiele der Musiker und Chorgesang ergänzt, so dass das Publikum das Gefühl bekam, selbst an der Aufführung mitzuwirken.
Das Kammerorchester veranstaltet die Abendmusik in der Evangelischen Kirche Mühlendorf zum Dank dafür, dass es dort proben darf.
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