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Angebot zur Kaffeefahrt mit mieser Masche ärgert Ex-Politikerin Inge Becker

13.01.2012 | 14:41 Uhr
Angebot zur Kaffeefahrt mit mieser Masche ärgert Ex-Politikerin Inge Becker
Die frühere CDU-Politikerin Ingeborg Becker misstraut dubiosen Gewinnmitteilungen. Foto: Rudi Rust

Altena.   Der Schriftzug im Briefkopf erweckt ein Höchstmaß an Seriosität: Es schreibt schließlich die „Niedersächsische Treuhand“. Nach einem elf Ziffern langen Kassenzeichen, verbunden mit dem Vermerk „Bitte im Schriftverkehr immer angeben“, folgt die höfliche Anrede an Inge Becker.

Trotzdem war die Altenaerin und frühere CDU-Kommunalpolitikerin Inge Becker gleich skeptisch, als sie den Brief im Postkasten fand. Zu Recht! Es sind nämlich dreiste Gauner, die sich hinter dem wohlklingenden Begriff „Treuhand“ verbergen. Tatsächlich organisieren sie Kaffeefahrten und wollen arglose Leute dafür ködern. Die für Altena zuständige Verbraucherzentrale Iserlohn warnt vor dieser Masche.

Merkwürdige Versprechungen

Von der „Niedersächsischen Treuhand“ hatte Inge Becker noch nie etwas gehört. „Sie werden bei uns mit Ihrem Treuhandkonto geführt“, erfuhr die überraschte Seniorin gleich zu Beginn des Schreibens. Und auf dem Konto hätten sich Gewinne, Reiseschecks und Werbeprämien mehrerer Firmen gesammelt, die die Altenaerin nicht eingelöst habe – insgesamt 1052 Euro und 20 Cent.

Gerne wolle man Inge Becker nun einen Scheck über diese Summe überreichen – „in unserer Zweigstelle in der Nähe von Altena“. Wo genau diese Filiale liegt, erfährt man nicht. Offenbar öffnet sie morgens äußerst zeitig: Denn Inge Becker soll per Bus abgeholt werden, und zwar am 31. Januar um 6.40 Uhr am Markaner.

Gutschrift aus fingiertem Lottogewinn

Eine andere Möglichkeit, das Geld zu bekommen, gibt es offenbar nicht. Denn: „Eine direkte Zustellung ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich, da Sie sich ausweisen und den Empfang persönlich quittieren müssen.“

Wie die 1052,20 Euro zustande kommen, die man der Altenaerin versprochen hat, wird in dem Schreiben exakt aufgelistet. Ein auffälliger Posten: Eine Gutschrift über 750 Euro von einer Firma namens „Gewinn Lotto Service“. Doch die Sache hat einen Haken: „Ich habe noch nie in meinem Leben Lotto gespielt“, meint Inge Becker schmunzelnd, „das Geld gebe ich lieber für vernünftige Dinge aus.“

Nur eine Postfach-Adresse in Stapelfeld

Noch Fragen? Ansprechpartner für sie bei der Niedersächsischen Treuhand wäre laut Schreiben ein Finanzverwalter namens Jochen Fischer. Seine Sprechzeit: montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. So steht’s in dem Brief. Das Problem: Eine Telefon-Nummer von ihm oder der Treuhand wird nicht angeführt – nur eine Postfach-Adresse in 49647 Stapelfeld bei Cloppenburg.

Sicher ist: Inge Becker wird am 31. Januar am Markaner nicht in den Bus steigen, mit dem man sie abholen und zur Scheck-Übergabe fahren will. Auch das kostenlose Frühstück, zu dem sie und ein Mitfahrer ihrer Wahl eingeladen sind, schlägt sie aus. Und sie nimmt auch gerne in Kauf, dass ihr die Niedersächsische Treuhand den vermeintlichen Gewinn nach diesem Datum nicht mehr auszahlen kann.

Thomas Urban

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