Zwei Tschechen und zwei Schweizer
26.10.2007 | 22:34 Uhr 2007-10-26T22:34:55+0200Wenn der VfL Bochum heute bei Hertha BSC antritt, stehen nicht nur die beiden Trainer im Blickpunkt, sondern auch die Torhüter
Zwei Tschechen und zwei Schweizer stehen heute im Blickpunkt, wenn im Olympiastadion die Berliner Hertha den VfL Bochum empfängt.
Eigentlich sollte der eine gar nicht im Tor der Hertha stehen: Jaroslav Drobny, letzte Saison in der Winterpause nach Bochum gekommen, war maßgeblich am Aufschwung in der Rückrunde beim VfL beteiligt. Ein Typ, der schnell mit den Fans warm wurde, aber nicht nur außerhalb, sondern hauptsächlich auf dem Platz präsent war. Fußball-Bochum hätte Drobny insgeheim schon als Nachfolger des legendären Rein van Duijnhoven verinnerlicht.
Der Verein versuchte alles, ging mit Einverständnis des Spielerrats bis an die äußerste finanzielle Grenze - und hatte am Ende nicht den Hauch einer Chance. Drobny, vertraglich nur bis zum Saisonende an Bochum gebunden, feierte fröhlich in Bochum den Klassenerhalt - und nahm kurz darauf den Scheck aus Berlin. Nicht unbedingt sympathisch, aber nachvollziehbar in diesen Zeiten des Fußball-Profitums, wo heute hier und morgen da kassiert wird.
Drobnys Nachfolger ist ein Landsmann: Jan Lastuvka, ebenfalls nur kurzfristig an den VfL Bochum gebunden, hat es schwer, sich in die Herzen der Fans zu spielen. Zumal er in einigen Spielen - zuletzt gegen Bayern - wichtige Punkte durch die "Hosenträger" rutschen ließ. "Den Ball von Schweinsteiger hätte ich haben müssen", gab Lastuvka zu, "ich war hinterher auf mich selbst stinksauer."
Und viele Fans auf ihn. "Es wäre wichtig für Jan", hat Bochums Sportvorstand Stefan Kuntz sich sofort hinter Lastuvka gestellt, "wenn er mal ein Spiel ganz alleine für Bochum entscheiden könnte. Am Besten schon in Berlin."
Das würde auch gut in die persönliche Bilanz von Trainer Marcel Koller (46) passen, der nach sieben sieglosen Spielen mit Bochum unter Zugzwang steht. Aber das erste Aufeinandertreffen zweier Schweizer Trainer steht unter einem guten Stern für Koller: Bisher liegt er im persönlichen Vergleich mit Herthas Lucien Favre (49) klar in Führung. Als Spieler und als Trainer in der Schweiz, meist verließ Koller als Sieger den Platz. Das würde er auch heute gerne: Denn nach vier sieglosen Spielen wird das Umfeld auch in Berlin langsam nervös. "Wäre nicht schlecht", so Koller, "wenn wir die Hertha mit in den Abstiegssumpf ziehen könnten."

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