Zwei Männer, zwei Medaillen

Beaver Creek..  Skirennfahrer Fritz Dopfer hat bei der alpinen WM in Beaver Creek die Silbermedaille im Slalom gewonnen. Dopfer musste sich am Sonntag in den USA nur dem Franzosen Jean-Baptiste Grange geschlagen geben, Felix Neureuther holte die Bronzemedaille. Titelverteidiger Marcel Hirscher aus Österreich schied bei starkem Schneefall im zweiten Durchgang kurz vor dem Ziel aus.

„Vor zwei Wochen hätte ich mir das nie vorstellen können, dass ich das erleben darf. Eine Silbermedaille, das häte ich mir nie träumem lassen“, sagte Dopfer, der seit Tagen unter Rückenproblemen gelitten hatte. Der Münchener Linus Strasser fuhr bei seinem WM-Debüt auf Platz zehn.

Ziel mit drei Medaillen erreicht

Noch vor einem Jahr war Dopfer im Pech und hatte bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Bronzemedaille als Vierter nur um Hundertstelsekunden verpasst. Nun lag Dopfer vier Hundertstel vor Neureuther, der 2013 WM-Zweiter geworden war. Zwei Hundertstel hinter Neureuther musste sich der Norweger Henrik Kristoffersen mit Platz vier begnügen. „Ende gut, alles gut“, sagte Neureuther. Nach Silber durch Viktoria Rebensburg im Riesenslalom erreichte der Deutsche Skiverband doch noch sein Ziel von drei WM-Medaillen.

Bei der Beurteilung des Abschneidens der der deutschen Frauen bei dieser WM in den USA ließ sich der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier allerdings vom Riesenslalom-Silber von Viktoria Rebensburg nicht täuschen. „Wir hatten uns ja darauf verständigt, eine Medaille bei den Damen gewinnen zu wollen. Die haben sie gewonnen. Sie haben also das Soll erfüllt. Man muss aber auch ein bisschen dahinter schauen“, sagte Maier.

„Wir hatten bei dieser WM relativ wenige Starterinnen, für die nächsten Jahre haben wir in allen Disziplinen hohen Aufholbedarf. An der Spitze ist es eigentlich eine Einzelvorstellung von der Vicky gewesen“, meinte Maier. Neben der Vancouver-Olympiasiegerin gebe es nur „ein paar Rosinenstücke von der Veronique Hronek und den beiden Slalomfahrerinnen“, das aber sei nicht „unser Ziel“. Rebensburg und die inzwischen verletzte Hronek in Super-G, Abfahrt und Team-Event, nur Rebensburg im Riesentorlauf sowie Maren Wiesler und Lena Dürr, die am Samstag mit den Plätzen zwölf und 13 ihre besten Saisonergebnisse im Slalom einfuhren – mehr Damen des Deutschen Skiverbandes waren in Colorado nicht am Start.

Hronek fällt lange Zeit aus

Auf Hronek muss der DSV wegen eines Kreuzbandrisses aus dem Team-Event etwa sechs Monate verzichten. Die Auswahl an Sportlerinnen, die im Weltcup mithalten können, ist dadurch noch kleiner geworden. „In der Abfahrt sind wir zu dünn aufgestellt, genauso in den technischen Disziplinen. Wir haben zu wenige Läuferinnen, die international konkurrenzfähig sind“, sagte Maier und kündigte eine Reaktion an: „Ich bin überzeugt, dass wir zu für unsere Verhältnisse ganz revolutionären Schritten kommen müssen. Sonst bleiben wir auch in den nächsten Jahren bis auf wenige Ausnahmen im Mittelmaß.“.