Zum Erbrechen

Ganz ehrlich? Es ist zum Erbrechen. Obwohl die Organisatoren des Veltins-Hallenmasters in Meschede im Vorfeld der 19. Auflage dieses Hallenfußball-Turnieres bewusst einige Klubs nicht mehr einluden, um vorhersehbare Ausschreitungen verfeindeter Fangruppen zu vermeiden, kam es am Samstag wieder zu Scharmützeln und Schlägereien. Wieder war die Dünnefeldsporthalle lange Zeit kein Ort, an dem sich Familien mit ihren kleinen Kindern entspannt gutklassigen Fußball anschauen konnten oder an dem schlicht und einfach der Spaß am Sport im Vordergrund stand.

Nun können sich die Organisatoren damit beruhigen, dass ihr Hallenspektakel nicht das einzige ist, welches mit dieser Fan-Problematik kämpft. Beim Frankfurt Cup kam es ebenfalls zu Tumulten zwischen Fanlagern des SV Darmstadt 98 und den Grasshoppers Zürich. Becher und andere Gegenstände flogen, die Sicherheitskräfte schritten mit Schlagstöcken und Pfefferspray ein.

Obwohl: Beruhigend ist das natürlich nicht. Es ist viel mehr sehr Besorgnis erregend. Denn Veranstalter solcher Hallenturniere werden in Zukunft noch mehr vor den Fragen stehen, welche Klubs sie einladen, wieviele Ordner sie einsetzen und wie die Tribünen aufgeteilt werden. All das muss in noch engerer Abstimmung mit der örtlichen Polizei erfolgen.

Der Aufwand, ein solches Hallenturnier zu veranstalten, wird dadurch immer größer und kostspieliger. Eine Frage wird deshalb schneller auftauchen, als es den Meschedern lieb sein wird: Rechnet sich der Einsatz noch oder sollten sie ihr Turnier absagen?

Das jedoch wäre eine Kapitulation vor den Chaoten.

Leider gibt es keine generelle Lösung, kein Schema F, nach dem die Mescheder vorgehen können. Sie müssen sich zusammensetzen, um Vor- und Nachteile genau abzuwägen. Es wäre traurig, wenn eine solche Veranstaltung ausgerechnet im Jubiläumsjahr vom Terminkalender verschwinden würde.

Es wäre zum Erbrechen. Alles wegen einiger unverbesserlicher Idioten.