Wolfsburg muss man dankbar sein

Einer Meinung waren die beiden Trainer selten, als der eine noch den FC Barcelona und der andere Real Madrid betreute. Dass Pep Guardiola nun in Deutschland wirkt und Jose Mourinho in England hat daran nichts geändert. Ex-Barca-Mann Guardiola glaubt zum Beispiel, dass seine Bayern noch eine Höllentour auf dem Weg zum Titelgipfel vor sich hätten: „Wir werden in der Bundesliga bis zum Ende mit dem VfL Wolfsburg kämpfen.“ Chelsea-Coach Mourinho dagegen sieht flaches Land, ringsum Blümchenwiesen: „In Deutschland ist es ein Spaziergang für Bayern.“

Eine Provokation. Selbstverständlich. Und als solche vom Provokationsmeister auch gemeint. In Fußballdeutschland wird sich allerdings kaum jemand finden, der anders denkt, dem die Schweißperlen auf die Stirn treten, wenn er sich nur vorstellt, wie der FCB sich abrackern muss. Spannung? Nun, echter Thrill ist eher von Tabellenhöhe drei an immer schön runter zu erwarten.

Das ist die Situation im deutschen Fußball. Weil Borussia Dortmund doch nicht der erwartete Bayern-Konkurrent auf Augenhöhe ist, muss man schon dankbar dafür sein, dass das von VW gehätschelte Wolfsrudel eine Art Pufferzone zwischen Guardiolas Spaziergängern und den vielen, vielen um alles kämpfenden Klubs errichtet hat.