Wolfsburg leistet sich Rekord-Transfer

Wolfsburg..  Mit Fußball-Weltmeister André Schürrle als Neuzugang will der VfL Wolfsburg Bundesliga-Tabellenführer Bayern München auf den Fersen bleiben. Allerdings: Am heutigen Freitag, wenn die Bayern zum Rückrunden-Auftakt in Wolfsburg antreten (20.30 Uhr/ARD), ist Schürrle wohl noch nicht dabei.

Am Donnerstagabend war der Coup mit dem Stürmer des FC Chelsea zwar noch nicht offiziell unter Dach und Fach, doch Insider beim Klub aus Niedersachsen ließen durchblicken: Der Wechsel des deutschen Nationalspielers von der Themse zu den Wölfen ist nur noch ein Frage der Zeit. Den VfL verlassen wird Ivica Olic, der zum Hamburger SV zurückkehrt.

Ein Indiz dafür, dass der Transfer-Coup mit Schürrle in trocken Tüchern ist. Manager Klaus Allofs soll mit den Engländern über das Geld verhandelt haben, hieß es. Rund 30 bis 35 Millionen Euro soll nach übereinstimmenden Meldungen englischer und deutscher Medien die Ablösesumme betragen, die Chelsea fordert. Allofs wolle demnach den Preis unter die 30-Millionen-Marke drücken. Der VfL wollte die Verhandlungen nicht bestätigen.

Olic darf zum HSV wechseln

Schürrle soll in Wolfsburg einen Vertrag bis 2019 erhalten. Der 24-Jährige hatte in den Tagen vorher betont, gern wieder in der Bundesliga spielen zu wollen, nachdem er bei den Engländern nicht mehr erste Wahl war. Das habe er auch „Blues“-Coach Jose Mourinho mitgeteilt. Mit dem Stürmer würde der VfL deutlich an Schlagkraft gewinnen. Obendrein stellt der VfL Wolfsburg einen neuen Transferrekord auf. Teuerste Verpflichtung ist bislang der Belgier Kevin De Bruyne, der im vergangenen Jahr für rund 22 Millionen Euro zu den Niedersachsen ging.

Vom Deal zwischen Chelsea und dem VfL profitiert der HSV. Weil Schürrle kommt, lassen die Niedersachsen Olic ziehen. „Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben“, sagte der Stürmer dem „Kicker“. Schon am Samstag will der einstige Publikumsliebling auflaufen: „Ich bin 35, hatte eine gute Vorbereitung. Ich bin bereit, gegen Köln zu spielen.“

Dietmar Beiersdorfer, Vorstandsvorsitzender des HSV, hatte zwei Tage zuvor Kontakt mit Allofs aufgenommen und sich nach einem Wechsel Olics in die Hansestadt erkundigt. Zu dem Zeitpunkt lehnte der VfL-Manager den Transfer strikt ab. Doch dann wurden die Karten neu gemischt.