WM-Norm als vorzeitiges Geburtstagsgeschenk

Santa Caterina..  Nach den Olympischen Spielen ohne eigene Speed-Fahrer sind die deutschen Ski-Männer beim Saisonhöhepunkt dieses Winteres auch in den schnellen Disziplinen wieder vertreten. Als erster Abfahrer des Deutschen Skiverbandes knackte Josef Ferstl am Sonntag mit einem siebten Platz beim Weltcup in Santa Caterina die Norm für die WM 2015 in Vail (USA).

„Ich bin megaglücklich, das ist super“, kommentierte der Bayer beim Überraschungssieg des US-Amerikaners Travis Ganong das beste Resultat seiner Weltcup-Karriere einen Tag vor seinem 26. Geburtstag. DSV-Alpinchef Wolfgang Maier war ob des ersten Top-Ten-Resultats seiner Speed-Herren im WM-Winter mächtig froh: „Das ist genau dieses Zeichen, von dem ich immer gesprochen habe. Das haben sie heute gut gemacht. Das ist wichtig für die gesamte Gruppe und für den Abfahrtssport.“

Ferstl, der 2013 in Garmisch-Partenkirchen schon einmal Abfahrts-Neunter geworden war, zeigte sich zufrieden: „Ich habe einfach einen guten Lauf erwischt. Ich denke, das habe ich mir auch mal verdient.“ Sein Teamkollege Andreas Sander fuhr auf Rang 21, Fabio Renz (37.) und Klaus Brandner (39.) schafften es nicht ins vordere Feld. Tobias Stechert verzichtete wegen Knieproblemen auf einen Start.

Der 26 Jahre alte Sieger Ganong, erstmals im Weltcup ganz oben auf dem Treppchen, gewann das Rennen knapp vor Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer (0,09 Sekunden Rückstand) und dem Italiener Dominik Paris (0,21). Ferstl fehlten am Ende 0,82 Sekunden auf Ganong. Der Norweger Kjetil Jansrud, der den Gesamtweltcup nach wie vor anführt, erwischte dagegen keinen guten Tag: Er war 1,35 Sekunden zurück und musste sich mit einem mäßigen 17. Platz begnügen.