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Wir werden sie vermissen

01.10.2007 | 22:45 Uhr

Zum Abschied von Ralf und Cora Schumacher

Sein Selbstbewusstsein wäre für mindestens acht WM-Titel gut gewesen. Aber da seine Taten nicht mit seinen Worten Schritt halten konnten, tritt der Bruder des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher als Gescheiterter ab.Es gab Zeiten, da Formel-1-Insider Ralf Schumacher eine vergleichbare Karriere wie "Schumi" voraussagten. Nachdem sich diese Prognosen in Luft aufgelöst haben, wird von vielen Motorsport-Fans reflexartig gelästert, "Schumi II" hätte es allein durch Protektion und den großen Namen seines Bruders überhaupt in die Formel 1 geschafft. Doch damit machen sie es sich zu leicht.Ein alter Hase wie Frank Williams, dessen Team sieben Mal die Fahrer-WM gewann, hätte Ralf Schumacher kaum verpflichtet, wäre er nicht auch von dessen fahrerischen Qualitäten überzeugt gewesen. Tatsächlich gewann der Kerpener immerhin sechs WM-Rennen in einem Williams. Sicher, das ist nichts im Vergleich zu seinem Bruder, aber viel im Vergleich zu etlichen hochbegabten Rennfahrern, die in ihrer Formel-1-Karriere kein einziges Mal im Ziel als Erster abgewinkt wurden.Fest steht aber auch, dass Ralf Schumacher von Jahr zu Jahr mehr vom Kurs abkam und zuletzt bei Toyota in der Sackgasse landete. Die "neue Herausforderung", die er nun zu suchen vorgibt, dürfte er nicht mehr in der Formel 1 finden. Unterm Strich bleibt Ralf Schumachers größte Leistung, sich - gemessen an seinen Erfolgen - finanziell so gut verkauft zu haben wie kein anderer Fahrer. Nicht zu vergessen: Mit seiner Frau Cora bescherte er der Szene eine Attraktion, die dem Begriff "Boxen-Luder" zu neuem Glanz verhalf. Wir werden sie vermissen... r.schuessler@nrz.de

REINHARD SCHÜSSLER

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