„Wir haben kein Bock auf Randale“

Sundern..  Dirk Bauernfeind (Bild) ist ein Sauerländer. Ein fußball-begeisterter, rot-weißer Sauerländer. Als solcher besuchte der Mittfünfziger am vergangenen Samstag auch das Veltins-Hallenmasters in Meschede, bei dem es erneut Randale gab und dessen Aus mittlerweile feststeht. Bauernfeind wurde als Mitglied des Fan-Klubs von Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiße Sauerländer Arnsberg-Sundern, hineingezogen in diese Randale. Unserer Zeitung erklärte er seine Sicht der Dinge.


Frage: Herr Bauernfeind, wie haben Sie den Nachmittag in der Dünnefeldhalle erlebt?
Dirk Bauernfeind: Ich war ab 13 Uhr vor Ort und war überrascht von der Aggression, die sich von den Uerdinger Anhängern gegen uns richtete. Es waren einige Fanklub-Mitglieder in der Halle, insgesamt waren wir 17 Fortuna-Fans. Glauben Sie mir, wenn Ihre Freunde geschlagen werden, ist das kein schöner Nachmittag.


Im Polizeibericht war allerdings zu lesen, dass sich Düsseldorfer und Kasseler Fans verbrüdert hätten, um die Uerdinger zu provozieren.
Zum einen haben sich die Düsseldorfer Anhänger mit den Fans aus Kassel nicht verbrüdert, sondern sind von der Polizei in ihren Bock geschickt worden, damit wir auf keinen Fall in die Nähe der Uerdinger kamen. Zum anderen wird es bedenklich, wenn Fangesänge nicht mehr erlaubt sind. Außerdem bezweifle ich, dass die Uerdinger auf der Distanz überhaupt verstehen konnten, was wir gesungen haben.


Im Polizeibericht steht außerdem, dass drei Platzverweise gegen Anhänger Fortuna Düsseldorfs ausgesprochen worden seien. Aus Jux und Dollerei passiert so etwas ja nicht…
Ich will nicht verhehlen, dass einige von uns Probleme hatten. Aber in erster Linie haben wir versucht, der ganzen Provokation aus dem Weg zu gehen und haben deshalb auch mal die Halle verlassen. In das Zelt sind wir zunächst extra nicht gegangen.


Dass Düsseldorfer via Handy „Verstärkung“ anforderten und ein Bus bereits unterwegs in Richtung Meschede gewesen sein soll, stimmt auch nicht?
Das weiß ich nicht genau. Ich habe mir in der Zwischenzeit nur die Mühe gemacht, in Fan-Foren zu recherchieren. Dort ist die Rede davon, dass der Zug einiger Fortuna-Fans, die ohnehin nach Meschede kommen wollten, durch einen umgestürzten Baum aufgehalten worden sei. Daraufhin habe man den Zug nach Dortmund umgeleitet und von dort hätten sie mit einem Bus nach Meschede gebracht werden sollen. Darauf hatten sie aber keine Lust mehr, weil es sich zeitlich nicht mehr gelohnt hätte.


Die Düsseldorf-Fans wurden also zu Unrecht bezichtigt, Krawalle angezettelt zu haben?
Wir waren wie gesagt 17 Düsseldorfer Fans, die sich bewusst defensiv verhalten haben, zum Beispiel durch Verlassen der Halle, sobald Provokationen erfolgten. Wir Rot-Weiße Sauerländer wollen guten Fußball sehen, aber wir haben keinen Bock auf Randale.