„Wir haben die Rodel-WM 2019“

Winterberg/Hallenberg..  Die erhoffte Nachricht ging um kurz nach 4 Uhr in der Früh ein. „Wir haben die WM 2019 ”, las Petra Sapp in einer Kurzmitteilung auf ihrem Handy. Sie kam von Hans-Jürgen Köhne, Vorsitzender des BRC Hallenberg, der die Winterberger Bewerbung für die Rodel-WM 2019 im koreanischen Pyeongchang am Samstag vor den 39 Kongressabgeordneten des Internationalen Rennrodelverbandes FIL präsentierte. Die Bobbahn-Chefin und Köhne stehen für die organisatorische und sportliche Leitung der WM in vier Jahren.

Als Rivalen um die Ausrichtung waren die beiden ehemaligen Olympia-Orte Lake-Placid (USA) und Sotschi (Russland) mit im Rennen, die gegenüber Winterberg einen ganz anderen Bekanntheitsgrad vorweisen konnten. Doch Pyeongchang brachte den Winterbergern wieder Glück, nachdem sie dort im Juli 2011 schon den Zuschlag für die Bob- und Skeleton-WM erhielten. Bereits im ersten Wahldurchgang fehlte Winterberg mit 19 Stimmen nur eine einzige Stimme zur absoluten Mehrheit (Lake Placid 7, Sotschi 12), in der Stichwahl entschieden sich dann 23 FIL-Juroren ganz klar für Winterberg und gegen Sotschi (15 Stimmen).

Hans-Jürgen Köhne berichtete, dass sich vor allem viele europäische und kleine Nationen für Winterberg entschieden hätten. Winterberg war bereits in den Jahren 1989 und 1991 WM-Gastgeber. Bei der Veranstaltung vor 24 Jahren waren die Sauerländer kurzfristig für Sigulda eingesprungen, da die politische Liga in Lettland eine WM-Austragung unmöglich gemacht hatte.

Konzept geht auf

„Das Konzept, in der Präsentation vor der FIL auf Emotionen zu setzen und die vergangenen 30 Jahre im Rodelsport in Winterberg darzustellen, ist aufgegangen“, erzählt Köhne. „Ein weiterer Pluspunkt ist gewesen, dass FIL-Präsident Josef Fendt während der Bob-WM in Winterberg war und begeistert von der Stimmung sowie der Qualität und der sportlichen Anlage war“, freut sich Köhne über die positive Aufnahme der Bewerbung aus dem Sauerland.

Die Idee, sich für die Rodel-WM zu bewerben, entstand schon während der Vorbereitungen zur Bob- und Skeleton-WM. Geschäftsführerin Petra Sapp schildert den Werdegang der Bewerbung: „Als Außenstehender kann man sich nicht vorstellen, was für ein Kraftakt die Vorbereitung der Bob-WM war und wie viel Arbeit unzählige Leute in dieses Projekt gesteckt haben. Es wäre einfach schade, dieses erarbeitete Wissen und die geschaffenen Strukturen verpuffen zu lassen, indem man die nächste Großveranstaltung erst in 10 bis 15 Jahren angegangen wäre.“

Von der Rodel-WM verspricht sie sich viel: „Wir haben jetzt im Grunde bessere Voraussetzungen, denn im internationalen Vergleich sind die deutschen Rodler erfolgreicher und bekannter als die Bob- und Skeletonfahrer, dazu kommen die vielversprechenden Talente vor Ort. Die nächsten vier Jahre werden wir nutzen, um Begeisterung für den Rodelsport in der Region zu wecken.“

Noch in dieser Woche werden konkrete Gespräche mit Sponsoren aufgenommen und Fördergeld bei Bund und Land beantragt. Im Bereich Vermarktung hofft Petra Sapp auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit der Sauerland-Tourismus und der WTW Winterberg.

Wertschöpfung für Tourismus

Auch Tourismus-Chef Michael Beckmann begrüßte die Vergabe der Rodel-Weltmeisterschaft an Winterberg: „Durch den Erfolg der Bob-WM können wir die Vermarktung jetzt auf einer ganz anderen Ebene starten. Wenn das Sauerland eine anerkannte Wintersportregion sein will, brauchen wir Weltcups und Weltmeisterschaften. Aber wir müssen es schaffen, die positiven Effekte aus den bunten Bildern als Wertschöpfung in die touristischen Betriebe zurückzubringen.“