Wild, wüst, wuchtig – am Ende entscheidet ein Penalty

Iserlohn..  Es ist ein Freitagabend mit zwei Kontrahenten, die an einem Abend wie diesem erbittert in den Clinch geraten, weil der eine gerne hätte, was der andere hat: Es geht um Rang sechs. Es ist der Platz, den die Iserlohn Roosters belegen, als das Spiel der Deutschen Eishockey-Liga gegen die Nürnberg Icetigers beginnt. Es ist der Platz, der direkt in die Play-offs führt. So kommt es, dass Teile dieses Spiels irgendwann aussehen wie eine Kneipenschlägerei: wüst, wild, wuchtig. 2:2 steht es zu diesem Zeitpunkt, am Ende setzen die Gäste im Penaltyschießen den entscheidenden Wirkungstreffer. 4:3 für Nürnberg.

Tempo, Hektik, Chancen

Besonders das zweite Drittel hat es in sich, weil es so wenige Unterbrechungen gibt. Tempo, Hektik, Chancen. Links, rechts, vorbei. Das einzige Tor in diesem Abschnitt bringen die Roosters zustande. Das müssen sie, sie liegen zunächst zurück. Nürnberg schlug eiskalt zu: In der elften Minute durch Alexander Oblinger. In der 14. durch Corey Locke. Der Videobeweis muss klären, ob der Treffer Anerkennung finden darf, weil der Nürnberger die Scheibe aus der Luft aufs Tor gejagt hatte. Kurioses 0:2.

Doch Iserlohn verkürzte 77 Sekunden vor der ersten Drittelpause durch Mike York. In Überzahl besorgten die Roosters dann den Ausgleich: Chris Connolly zog ab, sein Schuss war nur unzureichend abgewehrt worden, so dass der Puck in der Luft tanzte und sich zwischen Torwart und Tor senkte. Alex Foster versetzte ihm den letzten Schubs zum 2:2. Sirene. Schlussdrittel. Zittern. Denn es bleibt ein enger Schlagabtausch. Chad Bassen schlenzt die Scheibe nach einem Solo zur Führung ins Nürnberger Tor. Doch der Jubel verstummt keine 90 Sekunden später, als Patrick Reimer die Partie in die Verlängerung bringt (52.). Auch dort: viel Hektik, keine Tore. Die ultimative Entscheidung im Penaltyschießen. Dylan Wruck und Petersen vergeben, Reimer und Locke treffen. „Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel“, meint Roosters-Trainer Jari Pasanen nach der Partie. Mit einem kleinen Trost. Der sechste Tabellenplatz hat auch nach diesem furiosen Kraftakt Bestand.