Wieder blau

In Cardiff ist die Fußballwelt wieder in Ordnung. Möglicherweise wird der Klub aus der Hauptstadt von Wales schon heute gegen Fulham wieder in seinen traditionellen blauen Trikots auflaufen.

Warum das erwähnenswert ist? Weil Vincent Tan, der ebenso schwer reiche wie exzentrische Besitzer des Vereins eigentlich beschlossen hatte, dass der Mannschaft rote Trikots besser stünden.

Dass Cardiff City über 100 Jahre in Blau aufgelaufen war? Ganz egal. Genauso wie der Umstand, dass schon immer ein kleiner blauer Vogel das Wappentier des Klubs war. Denn ein reicher Geschäftsmann aus Malaysia und ein Vögelchen, das passt nun wirklich nicht zusammen. Fand Tan. Und präsentierte schon am nächsten Tag das neue Wappen, das ein großer, roter Drache zierte.

Dass die traditionsbewussten Anhänger gegen diese Entscheidung Sturm liefen, erklärt sich von selbst. Doch Tan blieb hart. Keinen Zentimeter rückte er von seiner Entscheidung ab. Bis gestern, als er, zermürbt von den ständigen Anfeindungen, seine Entscheidung überraschend revidierte.

Dass er nun plötzlich der beliebteste Mann in Cardiff ist, davon ist freilich nicht auszugehen. Denn noch immer ist vielen Fans eine Begebenheit aus der letzten Spielzeit im Gedächtnis. Damals hatte Tan harsche Kritik an Kapitän David Marshall geübt, weil dieser bis zur Winterpause nicht einen Treffer erzielt hatte. Die Proteste der Teamkollegen, Trainer, und Journalisten überhörte er dabei geflissentlich. Und drohte sogar damit, den Publikumsliebling zu feuern. Was er dabei allerdings übersah: Bei Marshall handelte es sich um den Torwart seines Klubs.